Die Eiserne Lady

Die Eiserne Lady ist kein Film über die Politik der Margaret Thatcher. Er ist auch kein Film über ihr Leben. Man sieht in diesem Film eher, wie eine Frau, die einst zu den mächtigsten der Welt gehörte, in die Demenz wegdämmert.

Dabei passiert es, das ihre Karriere von 30 Jahre in 105 Minuten gequetscht wird. Das kommt dann doch teilweise etwas holprig daher. In Rückblenden der greisen Thatcher geht es von der Kramerstochter mit politischen Ambitionen hin zur ersten und bisher einzigen Premierministerin Großbritanniens. Da der Kampf mit den Gewerkschaften, dort die Gleichbesteuerung aller Briten, hier der Falklandkrieg, da die Beendigung des Kalten Krieges. Dazwischen 2 Bombenexplosionen. Das alles allerdings in wirklich fantastischen Bildern gefilmt. Teilweise so kühl und streng, wie es Thatcher selbst in ihrer politisch aktiven Zeit war.

Schauspielerisch ist dieser Film wirklich grandios. Meryl Streep hat sich einen dermaßen strengen britischen Ton angeeignet, der der Thatcher verdammt nah kommt, ebenso ihr Aussehen! Den puren Willen zur Macht, immer genau zu wissen was sie tut, niemals Kompromisse machen, das verkörpert Streep auf beeindruckend überzeugende Weise! Als alte, demenzkranke Thatcher, sieht sie der Echten unglaublich ähnlich. Gerade in den kleinen Momenten, den zaghaften Emotionen, der leisen Verzweiflung, spielt Streep extrem überzeugend. Was mich berührt, ist die Tatsache, das eine Frau, die so zielstrebig ihren Weg nach oben gegangen ist, an ihrem Lebensende geistig umnachtet ist. Ich habe Margaret Thatcher nie leiden können, zu konservativ, aber, in einer reinen Männergesellschaft zu bestehen, davor hatte ich immer Respekt!

Ich kann ihnen diesen Film nur wärmstens ans Herz legen. Er streift zwar nur die wichtigsten Stationen im Leben der Margeret Thatcher, gibt aber dennoch den Blick frei auf eine außergewöhnliche und vielleicht meistgehasste Frau des 20. Jahrhunderts. Hervorragend gespielt von Meryl Streep, die damit wohl ihren 3 Oscar gewinnen wird. Ich empfehle Ihnen, den Film im englischen Original zu sehen! Diese ganz spezielle Art und Weise der Sprache Margeret Thatchers, kann man nicht synchronisieren.

Kinostart: 01.03.2012

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