Heilstätte Grabowsee

1896 wurde in der direkten Nähe zu Berlin, in der Umgebung von Oranienburg, die Heilstätte am Grabowsee errichtet. Sie war die „Versuchs“ – Heilstätte vor den Beelitz – Heilstätten. Vor allem Berliner Arbeiter, die sich eine Kur in Schweizer Höhenlagen nicht leisten konnten, wurden hier behandelt. Erzwungen durch den massenhaften Zuzug von Industriearbeitern nach Berlin in dieser Zeit, wurden Mietskasernen schnell und billig hochgezogen, meist mit bis zu 5 Hinterhöfen und winzigen Wohnungen. Dunkel, stickig, überbelegt mit 5 bis 6 Bewohnern in einem Zimmer, hausten die Menschen in solchen Löchern. Es gab Familien, die diese Wohnungen „trockenwohnten“. Die Tuberkulose war zu dieser Zeit die am meisten gefürchtete und auftretende Volkskrankheit. Um diesem Problem Herr zu werden, entstand in den Wäldern um Berlin, in frischer Luft und gesunder Natur, eine Lungen-Heilstätte. Da die medikamentöse Behandlung damals noch nicht soweit fortgeschritten war, kam es vor, das einige der Behandelten, die Heilstätten nie wieder verließen.

Eigentlich gehören diese „Heilstätten“ um Berlin, meiner Meinung nach, zum Weltkulturerbe! Die Erhaltung würde wohl Unsummen verschlingen, zu dem Berlin/Brandenburg nicht fähig sind. Schade eigentlich, sie gehören zur Geschichte der fast 5 Millionen Einwohner zählenden Metropole Berlin, in der Epoche der Industrialisierung!

Nach 1945 besetzten die Russen das Gelände und nutzten es bis 1989. Heute ist das Gelände stark verwahrlost, es ist abgesperrt und kann nur im Rahmen von Führungen besucht werden. Die Artbase 2011 gab uns die Möglichkeit, die Heilstätten zu besuchen. Der Anblick von Verfall und das Dahindämmern in der Zeit, boten pittoreske An- und Aussichten!

Wenn Sie einmal hinein schauen wollen:

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