Ein gelungener Abend in der Heinrich-Böll-Stiftung. Die Neuköllner Oper gibt ein Gastspiel. “Referentinnen” heißt das Musical. Es sind Geschichten aus der zweiten Reihe. Selten habe ich in einem Stück sämtliche Schauspielerinnen so mit Hingabe spielen sehen. Bisweilen fies und gemein, alle wollen sie nach oben. Näher an die Macht! Äußerst unterhaltsam wie sich die Damen dort verbal zerfleischen. Ein Blick hinter die Kulissen der Macht? Man könnte es sich so vorstellen. Jedenfalls ist es äußerst unterhaltsam! Die kleine Musikkapelle so wie das raffinierte Bühnenbild ist ein Hingucker wert!
Aus dem Pressetext:
Deutschland unter Apfelblüten: die Regierung trifft sich zur Klausursitzung im Garten von Schloss Genshagen – oder Neuhardenberg oder Meseberg. Die Presse ist geladen. Man demonstriert Harmonie und Entspannung, doch tatsächlich geht es um die Macht: Fehler wurden begangen, politische „Konsequenzen“ müssen gezogen werden, Köpfe werden rollen – und wie. Alles eine Frage der perfekten Inszenierung…
Im Zentrum des Abends steht das betriebsam-lautlose Wirken der Referentinnen unserer Mandatsträger. Unter Hochdruck haben sie eine Lösung zu finden, damit „Verantwortung übernommen“, Schuld getilgt und Politik wieder reibungsfrei möglich wird. Die Musik greift diese barocke Spannung zwischen Prunk der Macht und Jenseitssehnsucht auf und spannt von hier aus einen weiten Bogen, von barocken Passionsmusiken über die melancholische Ausgelassenheit, von Balkanmusik bis hin zu neu und schräg arrangierten (Punk-)Songs.
Referentinnen
Spieltermine: 20.-23. und 26.-30. August um 20 Uhr
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin
Karten 20, erm. 10 Euro, Vorbestellung unter 030 / 6889 0777
tickets@neukoellneroper.de
Foto: Neuköllner Oper

