Die Schönheit der Hölle
Lärm, infernalischer Lärm. Am Hochofen beißender stinkender Dampf der den Arbeitern den Atem raubt. Unerträgliche Hitze, fließende Erde, flüssiges Eisen, Feuer und Schwefeldämpfe, eben die Schönheit der Hölle. Das kommt mir in den Sinn, als ich inmitten der Völklinger Hütte meine Gedanke schweifen lasse. 4000 Arbeiter beherrschten hier einst die Kunst die 4 Elemente zu bändigen und Roheisen zu schaffen. Man braucht viel Vorstellungskraft um sich dieses gigantische Bauwerk in Aktion vorzustellen. Ein lebender Organismus aus Eisen.
Nun herrscht Stille, das Stahlwerk hat sein Leben ausgehaucht. Es riecht muffig rostig chemisch, nach erkalteter Asche. Wir bekommen Helme, da wir uns auch in Bereiche vor wagen, die gefährlich sind. Ich steige hinauf auf die Gichtbühne. Eine beeindruckende Kulisse bietet sich mir! Hier fuhren die Loren mit Erz und Koks zu den Hochöfen. Von hier oben kann man die gesamte Hütte überblicken und die Augen über das Saartal schweifen lassen. Hier oben sieht man auch, das buchstäblich Gras über die Anlage wächst. Kathedrale der Arbeit möchte ich das Ganze gern nennen aber ich habe leicht reden. Mit großem Abstand wird harte Arbeit gerne idealisiert. Viele Menschen haben sich hier ihre Gesundheit ruiniert! Durch dieses metallene Ungetüm, das zurecht zum Weltkulturerbe gehört, bin ich neugierig geworden und werde mich intensiver mit dem Thema Eisen- und Stahlerzeugung auseinandersetzen.
am 11. August 2008 um 08:37 Uhr.
Schön geschrieben. Die Bilder unterstreichen deine Worte. Allerdings erinnern mich Stahlwerke immer an eine gewisse Episode der Simpsons (Homerphobia). Wie seid ihr den auf die Idee gekommen diesen Ausflug in die Industrialisierung zu unternehmen?
Und was deine Lightbox-Gallery angeht: So etwas bequemes wie PicLens habe ich im Ajax-Umfeld noch leider nicht gesehen. Oder vermisst du schlicht und einfach eine Slideshow?
am 11. August 2008 um 10:23 Uhr.
So ähnlich sieht´s auch im Landschaftspark Duisburg aus und in der Henrichshütte in Hattingen, beides stillgelegte Stahlwerke. Industriekultur im Ruhrgebiet halt. Nebenbei bemerkt, die Helme stehen Euch gut, Blau eine gute Wahl. Schön das Ihr wohlbehalten wieder Zuhause seid.
am 11. August 2008 um 15:01 Uhr.
Als ehemaliger Stahlgrosshändler verstehe ich gut, welche Fazination von diesen Anlagen ausgeht, und bis heute hat dieser Werkstoff für mich einen ganz besonderen Reiz.
Dass man früher einiges aushalten musste, um dort zu arbeiten, wusste ich. Allein die Pressluftreinigung ist mir neu *fg
am 12. August 2008 um 11:34 Uhr.
Die Völklinger Hütte ist wirklich beeindruckend, wie Du es zu Recht und sehr schön geschildert und bebildert hast. Aber hoffentlich seid Ihr nicht in den “Genuss” von Rest-Völklingen gekommen -eine hässlichere Stadt gibt es nämlich in ganz Deutschland nicht-, sondern habt Euch stattdessen Saarbrücken(idéalisme!) oder Saarlouis(très française!) angeschaut.
am 12. August 2008 um 17:49 Uhr.
@der toby
Danke. Auf die Idee gekommen sind wir als wir zwischen der Hochzeit in Mettlach und dem Abflug nach München von Saarbrücken aus, einen ganzen Tag Zeit hatten.
In der Tat habe ich Probleme mit der Lightbox. Sie will einfach nicht die Bilder als Galerie darstellen.
@Magic M.
Erst als ich mich zuhause über Stahlwerke informierte, sah ich die beiden aus Hattingen und Duisburg. War mir vorher gar nicht bekannt.
@Kalle
In München habe ich dann gleich das Deutsche Museum besucht, dort wird alles noch einmal genau an Modellen erklärt. Die Materie ist wirklich sehr interessant!
@Hubi
Danke. Man warnte uns bereits vor der Stadt. So viel Zeit hatten wir dann nicht mehr uns auch noch das Städtchen an zu schauen. Verpasst haben wir dann wohl nix. Saarbrücken habe ich dafür genossen.
am 21. August 2008 um 17:09 Uhr.
Schöner Helm ;D
am 21. August 2008 um 21:24 Uhr.
@Lars
Nicht wahr tres chic!