Ein Wiedersehen

14.03.2008 Gepostet in Berlin, Der Augenblick, Fragen des Alltags, News

Heute morgen ist mir etwas bemerkenswertes passiert. Ich traf jemanden nach 15 Jahren wieder. Nicht durch Zufall, ich wusste das er da sein würde und freute mich auf ein Wiedersehen. Er hat zugelegt, besonders im Gesicht, fällt mir auf. Aber sonst, gut gehalten! Ich kannte ihn als jemanden der sehr offen, herzlich und vertrauen gebend war. Ich spreche in der Vergangenheit, denn der Mann, den ich heute traf, war wie ausgewechselt. Sehr verschlossen, unterkühlt und als unnahbar erlebte ich ihn. In unserer Unterhaltung kamen wir nicht weit, da er so tat, als wäre er sehr wichtig im Saal. Was mag da in 15 Jahren geschehen sein. Er hat Karriere gemacht, spielt in der ersten Liga seines Fachs. Ich war einmal Teil seines Aufstiegs, habe ihm ganz am Anfang seiner Karriere mein Vertrauen geschenkt und wir haben viel zusammen erlebt, nicht nur beruflich auch privat. Er hat von mir profitiert und ich von ihm. Heute hatte ich das Gefühl, es war ihm lästig das ich ihn ansprach. Eine peinliche Stille schlich sich ins Gespräch. Was hat man dem angetan? Ich bin irritiert!

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8 Kommentare zu “Ein Wiedersehen”

  1. ondamarisNo Gravatar schreibt:

    menschen verändern sich im laufe ihres lebens, vor allem im laufe ihrer karriere. umso mehr, je tiefer sie in der tretmühle des erfolgs (auch des (nicht nur verbands-)politischen stecken … viel entwickeln dabei dann ein mißtrauen, leider, und verlieren offenheit, spontanität …

    allerdings … vielleicht ist in solch einer situation “große öffentlichkeit” ein derartiges wiedersehen auch anders, als wenn es im privaten gewesen wäre.


  2. reneNo Gravatar schreibt:

    Nein, Ulli. Mir hat einmal jemand gesagt: “Menschen verbessern sich, Leute verändern sich.” – Menschen interessieren sich für Dich. Schwer philosophisch, ich weiss, aber wenn man länger darüber nachdenkt, erkennt man vielleicht einen Unterschied.


  3. lieber_katerNo Gravatar schreibt:

    Liebes Antiteilchen, dieses niederschmetternde Erlebnis ist bedauerlich, aber nach so vielen Jahren kann die Erinnerung so schwach geworden sein, daß sie einfach keine Bedeutung mehr hat und man sich deshalb auch nichts mehr zu sagen hat. Wenn das nur einseitig passiert, tuts natürlich weh.
    Vielleicht glaubt Ihr Ex-Partner auch einfach, ein Niveau erreicht zu haben, wo Sie nicht mehr heranreichen. Ein gottgleiches Dasein zum Beispiel.

    Sie haben mein Mitgefühl.


  4. L'BeloongNo Gravatar schreibt:

    Tröste Dich, mir ist sowas schon des öfteren passiert. Allerdings auch in umgekehrt.


  5. antiteilchenNo Gravatar schreibt:

    Übrigens, eine Mitarbeiterin von ihm, sie kenne ich ebenfalls so lange, freute sich überschwänglich, mich wieder zu sehen!


  6. ClamixNo Gravatar schreibt:

    Wieso glaubst Du, dass “man ihm” etwas angetan hat?


  7. antiteilchenNo Gravatar schreibt:

    Die Luft da oben ist halt dünn, da muss man sich durchboxen und kämpfen. Da bleiben bestimmte positiven Eigenschaften schon mal auf der Strecke. Ich denke auch, das er so gemacht wurde, also von ihm selbst heraus hätte er sich nicht so entwickelt.


  8. lieber_katerNo Gravatar schreibt:

    @ antiteilchen

    kommt überschwänglich von schwängern oder übertreib ich da etwas mit der wortstammerkennung? :-)


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