Ein Nachruf

Yan Yan wollte nicht mehr. Sie hatte einfach die Schnauze voll. Selbstmord, da bin ich mir ganz sicher! Nach 22 Jahren der Begaffung hat sie wohl geahnt das Knut von nun an die Rolle des putzigen Bären übernimmt. Man selbst lag ja nur noch so im Käfig herum, vertrödelte die Zeit damit, die Langeweile zu ertragen. So ein Knut, so ein Energiebündel, das noch nicht weiss, dass sein Leben genau so entsetzlich langweilig werden wird, wie das Eigene, macht gerade für´s Publikum den Affen. Aber bald wird dieses putzige kleine Kerlchen recht groß und gefährlich werden und er wird auf diesem hässlichen Felsen leben müssen, wo man versucht so zu tun als sei es seine natürliche Umgebung. Er wird dem Zoo ein Umsatzplus verschaffen was leider dazu führen wird, dass diese Begaffungsanstalt für exotische Tiere weiterhin am Leben erhalten wird.

Vorbei die Zeiten als sie, neben Bao Bao dem zweiten Panda im Gefängnis, der Star des Zoos war. Sie überlässt das Feld auch ihrem asexuellen Artgenossen, der sie nie rannehmen wollte. Wer will sich schon im Zoo vermehren. Hinter Gittern. Die mögliche Brut sollten nicht das gleiche Schicksal erleiden.

So verstarb dann Yan Yan einsam und still an etwas was ihr quer im Magen lag. Ihr Tod verursachte nur soviel Aufmerksamkeit, wie wenn in Köln eine Bratwurst geplatzt wäre. Ob es Gram war oder die Gewissheit das ihre Zeit vorbei ist, wir werden es nicht erfahren. Bao Bao wird ihr sicherlich schnell folgen, zwar hatte er keine Lust auf Sex mit ihr, aber zumindest war da etwas 12 Jahre im Nebenkäfig welches das gleiche Schicksal zu ertragen hatte. Jetzt ganz allein, wird er wohl schnell merken, dass die Zeit der Pandas im Zoo einfach vorbei ist. Der neue Star, Knut, verkauft sich einfach viel zu gut.

Kategorie(n): Berlin, Da hingehen wo es weh tut, News

4 Antworten auf Ein Nachruf

  1. Spätestens wenn Knut seinem Pfleger den Arm abgebissen hat und auch der Zoo damit seinen Problembären bekommen hat, sehnt man sich wieder zurück nach dem trägen Pandabären.

    Yan Yan tummelt sich jetzt mit Bruno im Bärenhimmel und hat Sex ohne Ende…

  2. … und bald ist Knut groß und dann werden wohl selbst die Kanninchenbabys interessanter sein…
    Tierbabys kommen einfach immer gut an, besonders wenn es sie nicht so oft gibt… kurze Zeit später redet doch keiner mehr darüber

  3. @ rob-log, na, den bärenhimmel hätte so mancher bör sicher gern auf erden ;-))

    @ antiteilchen: am morbidesten war ja die im vorbeigehen gesehene schlagzeile der vier-großbuchstaben-’zeitung’, die suggerierte, yan yan habe wegen knut selbstmord begangen. eiferscuhtsdrama hinter gittern? wo her die diese insider-informationen nur haben…
    lg ulli

    antiteilchen sagt:

    @rob-log
    Was den Sex angeht vor ihrem Tod, empfehle ich den Artikle in der Süddeutschen von heute ;-)

    @Inés
    Knut ist der neue Star des Zoos. Ich denke das wird noch eine ganze Weile so bleiben. Weltweit hat er Schlagzeilen gemacht und die Touristen werden ihn sehen wollen bei ihrem Berlin Besuch.

    @Ulli
    Ich denke ja auch das es Suizid war. Nur die …. zählt nicht zu meiner täglichen Lektüre. Von mir haben sie es nicht!!

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