Ich wollte mich ehrenamtlich engagieren. Da ich davon überzeugt bin, dass man bereits in der Schule mit der Aufklärung über Homosexualität beginnen muss, wollte ich mich dem Projekt Schulaufklärung einer großen lesbisch-schwulen Interessenvertretung in Berlin anschließen. Ich stellte mich in der Geschäftsstelle vor und nach einigen Wochen sollte es zum ersten Termin in einer Schule kommen. Ich fuhr zur besagten Schule, wo man mich in der Haupthalle erwarten würde. Ich war sogar überpünktlich, 15 Minuten früher als vereinbart. Jedoch niemand war dort. Nach 20 Minuten über den vereinbarten Zeitpunkt wurde ich nervös und rief in der Geschäftsstelle an um mich zu erkundigen, was geschehen sei. Erstaunt sagte man mir, dass man die Verantwortlichen noch am vergangenen Abend von meinem Kommen unterrichtet habe und sich nicht erklären könne, warum man mich nicht abgeholt hätte. Ich solle einmal im Sekretariat nachfragen, wo sich die beiden Damen aufhalten würden. Dreißig Minuten scheuchte man mich durch das große Gebäude, bis ich endlich den richtigen Klassenraum gefunden hatte. Ich klopfte und mir ward geöffnet.
Ich: Hallo, ich bin Georg, ich denke, wir waren für 10:15 Uhr in der Haupthalle verabredet? Ich soll an der Veranstaltung Schulaufklärung teilnehmen.
Sie: Ähm…ja du da waren wir auch!
Ich: Nein, da ward ihr leider nicht. Ich war bereits 15 Minuten früher da.
Sie: Du hör mal, ich habe hier eine Veranstaltung, die läuft schon seit 9:30 Uhr (sic!).
Ich: Ja zu der bin ich ja eingeladen und wenn Ihr schon seit 9:30 Uhr hier in der Klasse seid, dann könnt Ihr doch nicht in der Haupthalle gewesen sein.
Sie: Du, ich will jetzt auch nicht darüber reden. Das passt jetzt nicht!
Die Frau drängt mich aus der Tür und knallt sie mir vor der Nase zu. Anstatt mich herein zu bitten und wir diese Fragen später diskutieren, wirft man mich hinaus! Ich stehe da noch ganz verschwitzt vom Umherirren und brauche ein paar Sekunden bis ich begreife was das eben war. Sie hat mich nicht nur vor der Klasse bloßgestellt sondern auch noch glatt angelogen! Ich habe das Gefühl, die beiden Lesben wollen unter sich bleiben und dulden niemanden neben sich. Das ist ihr Ding und sie wollen keine Unterstützung!
Ich rufe in der Geschäftsstelle an um mich über dieses Verhalten zu beschweren. Man will sich um diese Situation kümmern, wird mir gesagt. Am Abend habe ich auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht. Es täte ihnen Leid und in der Geschäftsstelle hätte es wegen diesem Vorfall riesigen Ärger gegeben. Man entschuldige sich für dieses taktlose Vorgehen. Ich nehme die Entschuldigung an. Danach bietet man mir an, es erneut zu versuchen. Ein neuer Termin mit Datum und Uhrzeit wird mir genannt. Man gibt mir eine Email-Adresse bei der ich mich melden soll. Ich schreibe den Herrn an und frage nach einem Kontakt vor der Veranstaltung, damit ich nicht wieder in eine solche Situation wie oben beschrieben komme. Ich erhalte die Nachricht das er erstmal nicht in Berlin sei und sich bei mir melden würde. Mehr nicht. Das war Ende Januar.
Heute wäre der Schulaufklärungstermin gewesen. Ich habe keine Nachricht erhalten! Habe dann heute Mittag eine Email an die Geschäftsstelle, genauer an den Herrn bei dem ich mich melden sollte, geschrieben und mich enttäuscht geäußert, wie gleichgültig man mit Ehrenamtlichen dort umgeht. Die Mail hatte ich auch an den Geschäftsführer weitergeleitet. Als Antwort erhalte ich eine Entschuldigung, er habe mich vergessen. Außerdem hätte die Veranstaltung gar nicht stattgefunden. Man plane jetzt ein Treffen nächste Woche zum Thema Schulaufklärung. Ich wäre eingeladen. Dann darunter als P.S. : “Ich habe unseren Geschäftsführer und xxx nicht in Kopie gesetzt. Und wenn du mit mir anständig kommunizieren willst, möchte ich dich bitten auch darauf zu verzichten.”
Mit ihm “anständig kommunizieren”! Wenn es einem hier an Anstand fehlt, dann doch wohl den Koordinatoren dieses Schulaufklärungsprojektes! Da war es ihm peinlich, dass ich meine Empörung nicht nur ihm, sondern auch seinem Chef geschrieben habe – und er echauffiert sich darüber. Für mich ist diese Sache gestorben.