Die Jagd ist beendet

Im Irak und in Afghanistan gehen jeden Monat dutzende von Bomben hoch, mit unzähligen Toten und Verwundeten. Die Meldungen über diese Bombenanschläge rauschen durch die Nachrichtensendungen und das eher nebensächlich. Man hat sich daran gewöhnt. Doch geschieht ein Bombenanschlag in den USA, steht auch die hiesige Medienwelt Kopf. „Liveticker“ (Spon) berichten minütlich von der „Jagd“, nach einigen Stunden sind die kompletten Lebensläufe der Attentäter bereits im Netz zu lesen, Sondersendungen im TV berichten live vom Tatort. Um die Täter zu finden, bringen die Amerikaner 10.000 Polizisten sowie Spezialeinheiten auf, die Bilder erinnern an Kriegszustand.

Natürlich ist dieser Anschlag in Boston eine furchtbare Tat aber die Berichterstattung der letzten Tage hat mir noch einmal deutlich gemacht, welchen Stellenwert Opfer in der westlichen Welt gegen Opfer in der östlichen Welt haben. Ein Anschlag im Irak mit 80 Toten erregt da nur sehr kurzes Mitleid und interessiert nach Minuten viele Menschen nicht mehr.

Mir ist an diesem Anschlag wieder einmal deutlich geworden, wie zynisch und irre verschoben unsere Wahrnehmung geworden ist. Es ist zum schämen.

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