Margaret Bourke-White. Fotografien 1930 – 1945

bw Die andere Ausstellung im Martin-Gropius-Bau zeigt Arbeiten der amerikanischen Fotoreporterin Margaret Bourke-White. Aufmerksam wurde ich auf die Künstlerin, weil das Poster zur Ausstellung einen Mann zeigt, der mit einem überdimensionalen Schraubenschlüssel Schrauben festzieht. Sieht etwas nach Fritz Langs „Metropolis“ und nach „Moderne Zeiten“ von Charly Chaplin aus. Jedenfalls Mensch versus Maschine. Margaret Bourke-White (1904-1971) war in der männlich dominierten Welt der Fotografen Amerikas ein Medienstar. Ihre Karriere begann 1927 in Cleveland. Dort fotografierte sie die Stahlgießereien der Stadt. Margaret Bourke-White gilt als eine der ersten Fotojournalistinnen in der Geschichte der Fotografie. Zahlreiche ihrer Bilder waren Titelbilder des Life Magazins

Unter den 154 Aufnahmen darunter auch das Life Titelbild des lächelnden Massenmörders Stalin. Auch hier der Kontrast, denn seine Mutter ist im Raum auch zu sehen. Ein seltsamer Moment, wenn man in die Augen dieser Frau schaut. Eben genau die Augen sind es oft, die in den eindrücklichen Bildern einem tief ins Herz schauen. Am 11. April 1945 befreiten Pattons Truppen das Konzentrationslager Buchenwald. Beim Anblick der misshandelten und ermordeten Opfer des NS-Regimes befahl der General, tausend Weimarer Bürger ins Lager zu bringen, damit sie mit eigenen Augen die grausamen Verbrechen sahen. Die entsetzten Zivilisten beteuerten immer wieder, dass sie von all dem nichts gewusst hätten. In Bourke-Whites Aufnahmen ihrer Gesichter spiegelt sich die Fassungslosigkeit. Die Fotografin dokumentierte auch die nackten, leblosen Leiber, die menschlichen Skelette in den Verbrennungsöfen und die halbverhungerten Menschen in den Baracken.

Im Gegensatz dazu die an die Neue Sachlichkeit erinnernden Bilder über gigantische Maschinen und technische Bauwerke. Aus den USA, Deutschland (AEG) aber auch aus der aufstrebenden Sowjetunion der 30er Jahre. Leider hängen die Bilder zu tief, so das man sich ständig bücken muss. Auch das Licht ist für eine Fotoausstellung geradezu fürchertlich!

Meine Wertung: 4 von 5 Sternen

 

Margaret Bourke-White
Fotografien 1930 – 1945
18. Januar – 14. April 2013
Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Montag 10 – 19 Uhr, Di geschlossen

Eintritt:
5 € / ermäßigt 3 €
Eintritt frei bis 16 Jahre

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