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Einer der Gründe warum ich in diesem Jahr nicht beim CSD dabei war, kann man hier nachlesen. Der Tagesspiegel wird genauer:
so Sprecherin Claudia Rische vom CSD Veranstalter.
Vielleicht hat Frau Butler auch nur ein kommerzielles buntes Sommerfest gesehen und klare Inhalte und Forderungen einfach vermisst!
Nachtrag: Hier ein interessanter taz Bericht.
Nachtrag: Hier das Video zu Judith Butlers Ansprache.
Nachtrag: Judith Butler im taz Interview




Alle Jahre wieder. Ich ringe ja auch noch ein wenig mit mir, ob ich zum Frankfurter CSD gehe. Denn ich möchte vor Ort einschätzen, ob es um viel mehr Kommerz oder politische Botschaft geht.
Und. Warst da?
Die klaren [politischen] Forderungen und Inhalte waren aber zu sehen, wenn man sie denn sehen wollte.
Ich habe etliche Gruppierungen gesehen, Tunten, die Respekt einforderten, eine Gruppe gegen Scientology usw usw.
Dass der große Csd (und der in Kreuzberg ist für mich nur eine ‘primitivere*’ Ausgabe davon mit kleinen Wagen, schlechteren Musikanlagen, Betroffenheits_Krautrock, viel mehr Bier statt ProSecco und Sekt) mehr eine Präsentations- und Feierveranstaltung ist, ist seit vielen Jahren bekannt und war schon früher Grund für Grabenkämpfe.
In Berlin hat man aber trotz aller bedauerlichen Streichungen zahlreiche Möglichkeiten, sich zu informieren und an geeigneterer Stelle auch zu diskutieren: Es gibt 2 Tage Stadtfest, Parkfest, wo sich politische und Selbsthilfegruppen vorstellen und informieren etc.
Und was spricht dagegen, mal NUR ZU FEIERN und SPAß zu haben? Muss man immer zenterschwere Betroffenheit mit sich tragen, ständig um Identitätsfragen kreisen – ich denke, da sind andere weniger bedarft als Schwule, Lesen und Transgender.
Frau Butlers Haltung und Art und Weise fand ich insgesamt unangenehm. Hamas und Hisbollah als linke progressive Gruppierungen zu umschreiben, die Homosexuelle am liebsten an Bäumen baumeln sehen – und statt Projekte finanziell mti einer Spende zu unterstützen, war es Frau Butler lieber, eine Unterbringung im teuersten Hotel der Stadt zu fordern und natürlich Business Class.
Außerdem hätte sie doch auf dem CSD zu den Cdu-Leuten, die nach Jahren der “Damit haben wir NICHTS zu tun” Haltung mal wieder mit einem Wagen dabei waren, gehen und fragen können, wann denn die Regierungspartei endlich homosexuelle Gleichberechtigung per Bundesgesetz ermöglichen will.
Ich hätte sie gerne zum Wagen begleitet.
Ich hoffe, sie ist wieder gut in USA gelandet – dort hat sie ja noch reichlicher zu kritisieren und zu tun als in Mitteleuropa und Berlin.
Damit will ich nicht sagen, dass alles bestens und erledigt ist, aber aus einer Veranstaltung wie dem CSD mit seinen lauten Musiktrucks kann man nun mal kein 500.000-Menschen-Diskussionssofa machen. Man könnte allenfalls vorschlagen, bei den Abschlusskundgebungen eine thematische Diskussionsrunde zu gestalten. Ob sich dafür dann viele begeistern lassen nach Stunden Umzug, Musik, Alkohl oftmals usw muss man dann sehen.
Mir hat der CSD 2010 gut gefallen.
Dann soll man es Party und nicht politische Demonstration nennen.
Na, es ist ja sowohl das wie auch das, wobei der Partyeffekt wohl im Vordergrund steht, was bei den Umständen (Trucks, laute Musik) nicht verwundert. Da geht es vielleicht eher um das Präsentieren, ob als Narzißmus oder wirklich um der Hetero-Mehrheitsgesellschaft zu zeigen “Hier und so sínd wir” kann ich nicht im Einzelnen beurteilen.
Dann mach doch Gegenvorschläge und lass uns eine politische Diskussion nächstes Jahr auf der Bühne führen. Ich stelle mich da gerne zur Moderation mit Dir zur Verfügung. Hatte ich auch schon mal beim Parkfest gemacht. Ob man damit großes Interesse auslöst, weiß ich nicht.
Bitte immer konstruktive Alternativen benennen, die auch funktionieren könnten. In Berlin wird trotz aller berechtigten Kritik viel zu viel schlecht geredet und gejammert.
es handelt sich hier nicht um fehlende Inhalte. Frau Butler regt sich, wie andere queere Menschen, über den üblen Zustand der sogenannten “Homo Community”.
Es handelt sich hierbei um ein Haufen rassistische, Schwanz-fixierten Idioten die glauben es sei cool Frauenwitze zu reißen und sich über “Muslime” lustig zu machen, sie sogar körperlich zu belästigen.
Ja, betrunkene Lederschwuchteln haben in Hamburg haben mehrere türkische Männer sexuell belästigt die ihren Café in der gleichen Straße hatten wie die Tom’s. Seitdem werden ALLE Schwule verachtet!
Woher nimmt sich ein weißer Schwuler das recht andere Männer die mit ihm nichts zu tun haben zu begrapschen und sie zu sexuell zu degradieren?
Als Ausländer in eurem Land höre ununterbrochen “integriert euch”, “fügt euch ein” und solche Affengesänge jedoch muss ich mich fragen wer soll sich bitteschön hier integrieren? Wer soll die gesetzte folgen?
Werden wir hier rein gelassen nur um eure krankhafte Fantasien zu befriedigen??? Sind wir reine Lustobjekte für ein haufen sexuell frustrierte “Männer”?
Deswegen gibt es großen Unmut bei ALLEN nicht-weiße Schwule. Deswegen verachte diese Gesellschaft die nichts außer Schwänze im Sinn hat und deswegen will ich zu diesen Menschen nicht mehr gehören.
@ Politico
Danke für Deine Nachricht. Kenne den “Fall” nicht. Aber zunächst einmal hat aus meiner Sicht Integration nichts mit solchen Vorfällen zu tun. Natürlich soll niemand Opfer und Objekt von irgendwelchen Betrunkenen werden. Das ist für alle Menschen gleich ärgerlich und frustrierend, wenn man soetwas erlebt – nicht nur für Ausländer.
Aber was gibt Dir das Recht andere dann als Lederschwuchteln zu beschimpfen?
Wer Respekt einfordert, der sollte ihn auch erst mal selbst zeigen können.
Integration ist eine Sache von BEIDEN Seiten. Da hat Duetschland auch viel falsch gemacht – allerdings die “Ausländer/Migranten” ebenso. Denn wenn man aus einer völlig anderen Kultur mit völlig anderen Traditonen kommt, dann ist es für ein Land, ds andere Werte hat, einfach eine Belastung – an der BEIDE Seiten arbeiten müssen. Das ist jahrzehntelang nicht geschehen. Stattdessen lebt man nebeneinander her und TEILWEISE lehnt man sich auch völlig ab oder “Ausländer” ziehen sich in Parallelwelten und Traditionen zurück.
Eine sogenannte Homo_Community, wie es die mal vor 20/30 Jahren gab, als es um die Durchsetzung von schwulen, lesbischen Rechten (damals von von Transsexuell kaum eine Rede) ging, gibt es in dem Sinne in den Großstädten so gut wie gar nicht mehr. Das hat sich – ich weiß nicht aus welchen Gründen – in Einzelgrüppchen zersplittert. Das hat vielleich t etwas mit Egoismus/Egozentrik zu tun und das man die vielen Einzel-Interessen nicht mehr auf einen großen gemeinsamen Nenner bekam.
Die Organisation des großen CSD, von dem sich der in Kreuzberg aus Unzufriedenheit abspaltete (oder emanzipierte, je nachdem wie man das sieht…), hat dann eben jemand übernommen. Wenn man das so nicht will mehrheitlich, dann müssten sich diese Menschen darum kümmern, dass das anderes gemacht wird.
Ich denke aber, man hat in der heutigen Zeit kaum noch Möglichkeiten das zu ändern. Und viele sind inzwischen einfach müde, sich dort zu engagieren. Das heißt nicht, dass man damit grundsätzlich aufhören sollte, aber es müssen eben Menschen mit frischer Energie sein, die das leisten können und darauf Lust haben.
Ich nehme mir das recht betrunkene, Penis-abhängige, rassistische Schwule genau so zu behandeln wie sie andere Nicht-Weiße behandeln.
Als gebildeter, mehrsprachiger Ausländer wird meine Existenz in dieser Gemeinschaft als reiner Fetischismus gesehen. Sprich, ich kann (und werde) darüber schreiben welche Begegnungen ich mit den Weißen hier hatte die, obwohl keine sexuelle Handlungen meinerseits erwartet noch angedeutet worden, die mit solchen Ausdrücken endeten wie
“fick mich Neger!”
“ihr habt wohl einen großen Schwanz, äh?”
Ihr sieht kein Mensch vor euch, sondern nur eine Fetisch.
DAHER nehme ich mir das recht!
Woher nimmst du DIR das Recht meine Erzählung zu de-legitimieren?
Falls ich gemeint sein sollte:
ich de-legitimiere hier gar nichts.
Was Dir passiert ist, ist bedauerlich – aber ich kann ja nichts dafür, dass sich einige Menschen daneben benehmen. Das musst Du dann schon mit denen klären und nicht mit mir.