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Ein immer fortdauernder Zustand im Prenzlauer Berg, so kommt es mir überspitzt vor, scheint entweder pränatal oder postnatal zu sein. Im postnatalen Zustand schieben diese “MeinMannmachtirgendwasmitMedien” Frauen ihre Brut durch das angesagte Szene-Viertel. Meist zu dritt in einer Reihe über den Bürgersteig und selbstverständlich liegt dabei die verwöhnte Brut im Bugaboo Luxus-Kinderwagen. Eine undurchdringbare Front!
Männer schieben nicht! Männer tragen. Vorzugsweise auf dem Bauch. Ob nun Manduca oder ERGObaby geschnallt. Schon hier ein leichter Hauch der Erzeuger von exibitionistischem Verhalten. Zeigt Mann doch her, was er geleistet hat. Klar sind solche “Carrier” genannten Dinger ungemein praktisch. Eigentlich ist das Tragen von Babys die natürlichste Form zum Transportieren von Nachwuchs. Als wir in grauer Vorzeit noch durch die Steppen zogen, als auch Neugeborene mit der Herde mitziehen mussten, wurde kurzerhand umgeschnallt. Ich sag nur “Anhock-Spreizhaltung“! Ist ja auch alles in Ordnung, wären da nicht einige Männer, die ihre Reproduktion zu inszenieren wüssten.
Eine Steigerung dieses “natürlichen” Verhaltens des auf dem Bauch tragen, erfährt das Baby nämlich darin, in dem Mann das Baby umdreht, also mit dem Gesicht nach vorne. So wird die Leibesfrucht zur vor sich her getragenen lebenden Monstranz. Sichtlich Stolz auf das, was man da hin bekommen hat, wird eifrig im Kiez herum stolziert. Selbst beim Latte Macchiato trinken im hippen “Eltern-Kind Café” wird nicht abgelegt. Besonders bizarr wirkt dieses Treiben, wenn sich zwei Väter mit ihren auf geschnallten Babys begegnen. Was mir auffällt ist, das viele der so präsentierten Babys noch viel zu klein sind um in dieser Haltung getragen zu werden. Sie können den Kopf noch nicht selbständig halten. Später haben dann diese stolzen Papas, Kinder mit Wackel-Dackel Syndrom!
Foto: Angela Monika Arnold



