Über Jahrtausende beherrschte die Kirche die Kunst. Das hat wahrlich große Meisterwerke hervorgebracht! Mit Beginn der Neuzeit zerbrach jedoch die Einheit von Kunst und Theologie. Man entwickelte sich auseinander. Die Kunst entnabelte sich quasi vom Geschmacksdiktat der Päpste und schuf Werke, wie zum Beispiel den Frosch am Kreuze oder den vom Kometen erschlagenen Papst. Man fremdelt so zu sagen. Das erzürnte den heiligen Stuhl und so kam es, dass Benedikt der Viertelvorachte, die Künstler in sein Reich bat, um auf Dialog zu setzen. 270 Künstler sind nun an diesem Samstag in das Zentrum des albernen Operettenstaates am Tiber geladen und sollen lauschen, was Gottes Vertreter auf Erden unter Kunst versteht. Man darf gespannt sein, was dabei heraus kommt!
Ich selbst konnte mich am letzten Wochenende im Kölner Dom davon überzeugen, dass auch moderne Kunst durchaus etwas spirituelles haben kann. 2007 gestaltete Gerhard Richter im Dom der Superlative, der mir persönlich viel zu groß ist,
die Fenster neu, und zwar die, die im Südquerhaus angebracht sind. 11.263 Farbquadrate aus Glas in 72 verschiedene Farben, lassen das Licht in eindrucksvoller Weise in den Kirchenbau strömen. Kardinal Joachim “
ausschwitzen” Meisner, der nicht Hausherr im Dom ist!, kritisierte das Kunstwerk mit folgenden Worten:
„Das Fenster passt eher in eine Moschee oder ein anderes Gebetshaus. Wenn wir schon ein neues Fenster bekommen, soll es auch deutlich unseren Glauben widerspiegeln. Und nicht irgendeinen.“
Als wenn jeder daher gelaufene Glaube kommen könnte und sich im Lichte wiederfinden darf! Nein, nein, da bleibt der Christ lieber unter sich! Stellen sie sich vor, ich stand vor diesen Fenstern und dachte für eine Nanosekunde, hier geschieht etwas spirituelles, doch der gigantische Raum des Domes und der Gedanke an Joachim und Benedikt, machte alles zunichte. Fühlt sich der von den Gläubigen hier Gepriesene wohl? Wohnt hier wirklich ihr Gott? Bevor ich ins philosophieren geriet, verließ ich den Bau und begab mich ins Wallraf-Richartz-Museum, gleich ums Eck, welches ich sehr empfehlen kann! Ich gebe mich lieber irdischen Dingen hin als vermeintlich heilsbringerischen Botschaften zu folgen.