Leider musste ich auf die “Welt” klicken. Gibt es dort doch wieder einen Artikel der sich vermeintlich mit Homosexualität auseinander setzt. Es geht um Ekel, wobei mir der Klick auf die “Welt” schon Ekel verursachte!, unmoralisches und unbiblisches Verhalten, gar um den Neid, wir wären glücklicher!
Besonders scheint es dem Autor das Tierreich angetan zu haben. Werden Homosexuelle doch folglich mit Makakenweibchen, Königspinguine, Gorillas, Delfine, Flamingos und Graugänse gleichgestellt.
Er kommt zu dem Schluß:
So groß die Vielfalt solcher Verhaltensweise bei dem Tieren ist, so vielschichtig sind auch die Gründe: Manche Tiere üben mit diesen Praktiken für den heterosexuellen Geschlechtsakt, anderen dienen sie zur Klärung der Hierarchie, bei einigen wiederum helfen die Lebensgemeinschaften, sich gegen eine lebensfeindliche Umwelt zu behaupten. Die Makaken hingegen schienen die homosexuellen Praktiken häufig nur aus einem Grund zu betreiben, beobachteten Forscher: einfach nur zum Spaß.
Mir fehlen die Worte!




Eine gute Frage. Vermutlich wollen die einen mit derartigen Vergleichen ausdrücken: “also wenn das schon in ‘Gottes Schöpfung’ Gang und Gäbe ist, warum denn auch nicht bei uns Menschen”. Leider kann das auch als eine gewollte oder ungewollte Reduktion verstanden werden: Homosexualität findet nur auf einer rein triebhaften, animalischen Ebene statt. Das hängt sicher vom eigenen Standpunkt und Menschenbild ab.
Insbesondere religiöse-konservative Menschen scheinen dazu zu neigen, ihr eigenes Verhalten ohnehin als generall moralisch höher gestellt zu empfinden, weshalb das andere nur unmoralisch sein kann.
Letztendlich überlässt auch der Welt-Artikel dem Leser die Entscheidung, allerdings bleibt der Artikel merkwürdig unreflektiert. Ein Perspektivenwechsel (aus der Sicht betroffener) findet nicht statt. Und auch in der Nennung der Ursachen der Homophobie bleibt er leider sehr oberflächlich.
Ich finde den Vergleich mit der Tierwelt jetzt ehrlich gesagt keineswegs empörend, sondern im Sinne eines umfassenden (wenn auch etwas oberflächlichen) Überblicks durchaus gerechtfertigt. Allenfalls ist er etwas launisch formuliert.
Insgesamt bringt der Welt-Artikel keinerlei bahnbrechenden neuen Erkenntnisse und auch keinen vertiefenden Einblick, für eine erzkonservative Tageszeitung wie dieses Springerblatt wird das Thema aber meines Erachtens recht objektiv abgehandelt. Als “Gurke” würde ich den also nicht einsortieren.
Für mich eine Gurke. Wenn man es nicht erklären kann, warum überhaupt?, greift man zur Tierwelt. Kommt da ja auch vor. Aber eben nur zum Spaß oder zum Üben. :(
“Die Makaken hingegen schienen die homosexuellen Praktiken häufig nur aus einem Grund zu betreiben, beobachteten Forscher: einfach nur zum Spaß.”
Das geht mir aber auch so….