Bei Rosa und Karl

Rosa Luxemburg ist ja nun wahrscheinlich immer noch nicht unter der Erde. Trotzdem waren wir heute an ihrem vermeintlichen Grab. Uns trieb es auf den Zentralfriedhof Friedrichsfelde, den sogenannten Sozialistenfriedhof. Im Fernsehen,  immer im Januar, sah ich bisher die Schar Linker mit Nelken gen Friedhof ziehen. Der Grund:

Jedes Jahr seit der Ermordung der beiden Revolutionsführer Liebknecht und Luxemburg findet am zweiten Sonntag im Januar der Gedenktag der Sozialisten statt. Hierbei werden Kränze, am meisten jedoch rote Nelken an den Gräbern der Sozialisten niedergelegt. Der Tag wurde in der DDR gleichzeitig für eine alljährliche Großdemonstration der DDR-Staatsführung genutzt. Diese Liebknecht-Luxemburg-Demonstrationen werden seit 1990 von einem Bündnis verschiedener linksgerichteter Gruppen, Parteien und Einzelpersonen fortgesetzt. [1]

Ein kleiner Vorbau mit interessanten Hinweistafeln über die Geschichte des Friedhofs sowie über Persönlichkeiten die hier begraben liegen, ist direkt am Eingang. Mein erster Eindruck der Stätte, eine ehemalige Kranzabwurfstelle der untergegangenen DDR. Allerdings nach einem Rundgang denke ich anders. Meiner Meinung nach, sollte man die Gedenkstätte und die dort begrabenen Persönlichkeiten nicht als ein Relikt des DDR-Systems sehen, oder diese nur dem Kommunismus zuordnen. Zum einen ist die Gedenkstätte in ihrer heutigen Form Teil der deutschen Geschichte, zum anderen haben auch die Sozialdemokraten an diesem Ort eine Erinnerungsstätte ihrer Geschichte. Zumal dort Wilhelm Liebknecht beerdigt ist, der Vater von Karl Liebknecht. Wilhelm Liebknecht war einer der Gründerväter der SPD. Er begründete auch die Tradition, den Friedhof zum bevorzugten Begräbnisort führender Vertreter der Arbeiterbewegung zu machen. Entschied er sich doch für ein Grab auf diesem als Armenfriedhof bezeichneten

konfessionsfreien Gemeindefriedhof und die Beisetzung in der Nähe jener Unterprivilegierten, für die er sich zeitlebens eingesetzt hatte, spiegeln Weltanschauung und Ziele des bekannten Sozialdemokraten wider.[2]

Allerdings sind mir Besuche des SPD-Parteivorstandes an den Gräbern der vielen SPD-Mitbegründern bisher nicht bekannt.

Es gibt auch eine Künstlerabteilung. Dort liegen der Arzt Karl Kollwitz und seine Ehefrau, die Malerin, Graphikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz.

Wenn Sie einmal hineinschauen wollen:

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Eine Antwort auf Bei Rosa und Karl

  1. War sehr sehenswert. Meine “favourites” sind aber immer noch der St. Matthäus-Kirchhof in Schöneberg oder der Stahnsdorfer Friedhof. Letzterer hat ja auch den Vorteil, dass man das Riesenareal bequem mit dem Rad erkunden kann.

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