Harlan

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Veit Harlan, sein Name ist verbunden, mit dem schändlichsten antisemitischen Spielfilm der NS-Zeit, Jud Süß. Gestern Abend besuchten wir im Kino in den Hackeschen Höfen die Premiere des Dokumentarfilms “Harlan – Im Schatten von Jud Süß”. Felix Moeller erzählt die Geschichte des umstrittenen Regisseurs und lässt Harlans Familie zu Wort kommen. Viele sprechen jetzt zum ersten Mal über das Vermächtnis, das ihnen Veit Harlan hinterlassen hat.

Schon in den ersten Minuten des Dokumentarfilms denke ich darüber nach, wie ich einen Film bewerten soll, den ich nie gesehen habe. In Deutschland wird die öffentliche Aufführung von Jud Süß vom Rechteinhaber, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, nur mit einem begleitenden Kommentar sowie unter Auflagen gestattet und der Vertrieb des Films untersagt. Jedoch schon nach wenigen Ausschnitten aus Jud Süß wird mir klar, was für ein menschenverachtendes Machwerk Harlan damals abgeliefert hat. Er ist voller antisemitischer Hetze. Heutzutage ist die Botschaft des Films zur Vorbereitung der Massen auf die weitergehende Verfolgungen der Juden, klar ersichtlich. Es fällt mir schwer zu glauben, das die 20 Millionen Zuschauer die den Film damals sahen, nicht begriffen, welche Absichten dieser Film verfolgte.

Wie geht man nun als Familie Harlan mit diesem Erbe um? Es ist sehr interessant den Ausführungen der einzelnen Familienmitglieder zu folgen und manchmal habe ich das Gefühl, einige sind froh endlich offen über das Thema reden zu können. Besonders Thomas Harlan beeindruckt mich, ist er es doch, der die Aufarbeitung am weitesten getrieben hat.

Ich kann diesen Dokumentarfilm sehr empfehlen, er ist ein einfühlsames Portrait einer Familie, die mit ihrer Geschichte verantwortungsvoll umgeht.

Harlan – Im Schatten von Jud Süß

Deutschland 2008, 100 Min.
Regie: Felix Moeller
ab 23.04.2009 im Kino

Foto: Edition Salzgeber

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4 Kommentare zu “Harlan”

  1. rich rubinNo Gravatar schreibt:

    danke für den tipp.

    harlan durfte auch nach 1945 noch arbeiten.
    ihm verdanken wir den film “Anders als du und ich” mit der dritten-reich-erprobten wessely.
    ein machwerk zum speiben.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Das_dritte_Geschlecht


  2. antiteilchenNo Gravatar schreibt:

    Ja, ich las davon, habe diesen Film aber auch noch nicht gesehen. Er hätte es vor und nach 1945 lassen sollen, Filme zu machen!
    Ähnlich wie die Riefenstahl, hat er nie begriffen, das er einem Regime gedient hat, welches menschenverachtender nicht sein kann.


  3. Karel74No Gravatar schreibt:

    Ich habe Jud Süss gesehen und noch einen anderes Machwerk, es hieß glaub ich “Königsberg”. Grauenhaft und dumm.


  4. antiteilchenNo Gravatar schreibt:

    Ich denke, du meinst “Kolberg”.


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