Guten Appetit

Surfe ich doch heute das Smiley Projekt im Bezirk Pankow im Internet an, darauf aufmerksam geworden durch Berichte hier, hier und hier, um mich zu informieren, wer es denn im Bezirk mit der Sauberkeit im Lebensmittelbereich nicht ganz so genau nimmt und wer sich einen Aufkleber mit dem Spruch „Alles Sauber. Also rein!“ ins Fenster pappen darf, weil er dem Kunden und dem Gast vorbildliche Sauberkeit präsentiert. Dabei musste ich entsetzt feststellen, dass mein Metzger des Vertrauens, angesiedelt in der Schönhauser Allee, auf der Negativliste gelandet ist! Zu bemängeln gibt es:

- mangelnde Grundhygiene
- Fliesenschäden
- mangelhafte Gerätschaften/Ausrüstungsgegenstände

Kaufte ich doch bisher dort ein, weil das Fleisch wesentlich besser war als in den Supermärkten. Jenes vom Fach-Fleischer hielt seine Konsistenz und schrumpfte in der Pfanne nicht zu einem Klumpen Fleischfasern zusammen. Außerdem schmeckte es einfach besser! Sie können sich nun vorstellen, dass ich ein wenig aufgebracht bin.

Ich finde das Projekt des Bezirks Pankow mit dem Smiley sehr gut. Sinn und zweck des Ganzen laut Website: “Der Smiley wird an Betriebe und gastronomische Einrichtungen vergeben, die bei der amtlichen Lebensmittelkontrolle eine überdurchschnittliche Qualität und Hygiene nachgewiesen haben. Diese im wahrsten Sinne des Wortes saubere Arbeit wird damit für alle Besucherinnen und Besucher sichtbar, denn das Unternehmen bekommt eine Urkunde und einen Aufkleber mit einem Logo, die an prominenter Stelle für die gute Arbeit werben.

Es gibt aber auch eben die Negativliste mit folgendem Hintergrund: “In der Negativliste veröffentlicht das Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt Pankow Betriebe, die gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch sowie die mitgeltenden Rechtsvorschriften und gegen Rechtsakte der Europäischen Union (EU) verstoßen haben. Die veröffentlichten Verstöße erfüllen mindestens den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit. Dies bedeutet, dass eine gewisse Schwere der Tat vorliegt. Kleinere Verstöße werden hier nicht veröffentlicht.

So, so, kleinere Verstöße werden nicht veröffentlicht, das bedeutet also, dass mein Metzger bei mangelnder Grundhygiene in der Filiale, ein richtiger Dreckspatz sein muss um in der Liste auf zu tauchen! Nun habe ich versucht den besagten Fleischhauer an den Fernsprecher zu bekommen aber er will partout nicht abheben. Nur ein Band läuft. Wissen Sie was, ich gehe jetzt gleich mal zur Filiale und konfrontiere den Laden mit dem so eben erfahrenen. So richtige Kundennähe eben!

Nachtrag: So, gerade zurück und man zeigte sich in der Filiale verwundert, das schon wieder ein Kunde da wäre der das gelesen hätte. (Ja, es soll tatsächlich Kunden geben, die sich informieren.) Was ich denn jetzt wolle? Nun, eine Erklärung was dran ist an dem Vorwurf, erwidere ich. Also sie würden hier jeden Abend bis halb zwöf putzen und man sehe ja das es sauber sei! Die amtliche Lebensmittelkontrolle sähe das etwas anders, antworte ich. Das erzeugt ein Achselzucken bei meinem Gegenüber. Mir genügt diese Antwort nicht und die Angestellte ruft den Chef an. Der ist plötzlich zu erreichen und sagt ihr, ich solle  meinen Namen und meine Telefonnummer aufschreiben und lässt ausrichten, der Chef werde sich bei mir melden. Nun dann.

Kategorie(n): Berlin, Berlin von unten, Da hingehen wo es weh tut, Fragen des Alltags, Gesundheit, News, Unterwegs

7 Antworten auf Guten Appetit

  1. Hoffentlich steht er nicht bald mit dem Hackebeil vor der Tür dieses frechen Kunden- immer gut durch den Spion gucken, ob da ein aufgebrachter Dreckspatz mit dem verkrusteten Fleischermesser steht- oder dich besonders herzlich zu einer Aussprache zum Hintereingang des Kühlhauses bittet.
    Zum Glück ist ja die Leserschaft informiert und ist gespannt auf baldige Fortsetzung.
    Ich finde das Projekt Hygienecheck auch sehr gut und war im Herbst in Kopenhagen sehr angenehm überrascht, dieses Smily-System mit erläuternden Kommentaren an allen Cafés und Restaurants zu sehen. Ich fände das auch für Berlin jut.

    antiteilchen sagt:

    Wo doch ein verkrustetes Fleischermesser im Rücken, schwerste Entzündungen hervorrufen kann! ;-)

  2. Auf Nachfrage also ein Achselzucken – na, wenn dann bald keiner mehr kommt, braucht man nicht einmal mehr mit den Achseln zucken…

    antiteilchen sagt:

    @The Exit
    Ich bin entsetzt was die Dame da von sich gibt! Das gleiche hat sie mir ja auch gesagt. Auf den Anruf ihres Chefs warte ich immer noch! Mich haben die als Kunden verloren!

  3. tja mich würden sie dann mit einem achselzucken begleitet von einem ” na dann eben nicht” – zum letzten mal gesehen haben.

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