Hipp, hipp, hurra

Kaum zu glauben aber wahr, der Ulli wird heut 50 Jahr! Mein Lieber, für Dich zum Jubeltag die allerbesten Glückwünsche von Georg und Felix!

Prima Klima ?

vor-museum.jpg Seit dem 22. Februar 09 gibt es in List auf Sylt das “Erlebniszentrum Naturgewalten“. Heute besuchten wir dieses Zentrum. Der futuristische Bau, am sogenannten Ellenbogen gelegen, beherbergt drei Themenbereiche auf 1500 qm, „Kräfte der Nordsee“, „Leben mit Naturgewalten“ und „Klima, Wetter, Klimaforschung“. Am Eingang bekommt man nach Lösung des Tickets, übrigens zum stolzen Preis von 11 Euro, auch einen Kopfhörer ausgehändigt, der an vielen Stationen zum Einsatz kommt. In Deutsch, Dänisch und Englisch sind die erklärenden Kommentare gesprochen, nicht zu lang und sehr interessant. Bei uns kam der Mix aus Lesetafeln und Multimedia gut an. Es gibt auch einen Sturmraum, in dem man die verschiedenen Windstärken am eigen Leib erfahren kann. Allerdings herrschte zu unserer Besuchszeit, Flaute im Sturmraum. Im Probebetrieb stellte sich heraus, das er einer Verbesserung bedarf. An vielen Infostellen, darunter auch so genannte “Denkzellen”,  wurde auf die prekäre Lage Sylts hingewiesen. Da durch den Klimawandel der Meeresspiegel steigt, steht Sylt vor dem Problem, immer kleiner zu werden. Auch Stürme nagen an dem Eiland und fordern nach jedem Sturm ein Stück mehr der Insel. Ein Besuch des Zentrums lohnt sich, man lernt viel über das fragile System des Klimas am Wattenmeer.

Was mich allerdings zum Nachdenken brachte, war der Shop im Foyer des Erlebniszentrums! Steht doch auf der Internetseite des Zentrums unter dem Themenpunkt “Unsere Philosphie” folgende Aussage: “Das Erlebniszentrum Naturgewalten möchte darüber hinaus ein Musterbeispiel für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen sein. Der Energieverbrauch und die klimarelevanten Emissionen wurden deshalb durch zahlreiche Maßnahmen auf ein Minimum reduziert.” Das klingt natürlich toll und passt ganz hervorrgagend zum Ansatz des Klimaschutzes! Allerdings verkauft der Shop im Foyer sehr viele Stofftiere wie Robben, Pinguine, Muscheln, Haie und anderes Kunststoff-Zeugs, das durchweg in China oder Indien produziert wird, so zu lesen auf den kleinen Schildchen. Das es tausende Kilometer zurückgelegt und dabei reichlich Emissionen produziert hat, stört die Geschäftsführung des Hauses wohl nicht. Hier sehe ich Handlungsbedarf!

Auf der Rückfahrt mit dem Bus von List nach Westerland sah ich mir die Dächer der Häuser an, ich wurde ja gerade eben erst für das Ökosystem Sylt sensibel gemacht. Dabei musste ich feststellen, dass von den hunderten Häusern die ich sah, nicht ein einziges Solarzellen auf dem Dach hatte. Auch der Bus war mit Diesel unterwegs, anstatt mit Erdgas. Service-Fahrzeuge oder Taxis könnten ebenso auf der Insel mit Erdgas betrieben werden! Sie wird übrigens mit Autos überschwemmt. Eine Reaktivierung der Inselbahn wäre daher äusserst sinnvoll! Vielleicht sollte man auch nur noch gas- oder elektrobetriebene Fahrzeuge auf die Insel lassen. Irgendwie haben die Sylter selbst wohl noch nicht begriffen, das gerade sie, lebend auf einer stark gefährdeten Insel, mit gutem Beispiel voran gehen sollten.

Dreiste Werbelügen

Ich bin dann mal weg

20.02.2009 | 9 Kommentare | Gepostet in News, Unterwegs

Die erfrischenden und reinigenden Aerosole werden uns die nächsten 8 Tage auf der Insel Sylt die Lungen durch pusten.  An der Austreibung des Winters werden wir uns auch beteiligen. “Nach altem Sylter Brauchtum wird am traditionellen Tag der Friesen (21. Februar) zur Verabschiedung des Winters und der Seefahrer, die im 17. und 18. Jahrhundert auf Walfang nach Grönland und ins Eismeer fuhren, das Biikebrennen gefeiert.” Da sind wir gerne, bei gutem Wetter, dabei  und werfen ein Scheitholz mit ins Feuer! Bis zum 01. März herrscht hier im Blog also Stille (falls sich auf dem Eiland kein W-LAN ausfindig machen lässt!).

Fahrgäste direkt mit Frischluft versorgt

Mein böser Opa hat mir als kleiner Bub erzählt, für jeden umgefahrenen Rentner würde es vom Rentenversicherungsträger eine Prämie geben. Die Methode hat sich wohl geändert? “Wohin die Reise gehen sollte, war selbst der 50-jährigen Busfahrerin nicht bekannt“.

Mensch Hilde

15.02.2009 | 3 Kommentare | Gepostet in Berlin, Events, News, Unterwegs

Sagen wir es mal so, es war interessant. Gestern sahen wir im Cubix am Alexanderplatz “Hilde” mit Heike Makatsch in der Hauptrolle. Die B.Z titelte am Samstag “Berlin hat wieder eine Hilde”! Nun, das ist stark übertrieben! Heike Makatsch kommt Hildegard Knef vor allem im Aussehen und teilweise in der Gestik recht nah. Konnte die Knef schon nicht “wirklich” singen, steht ihr Makatsch dies bezüglich nicht nach. Beginnend 1943 im vom Krieg schon arg gebeutelten Berlin und in dem die Knef zur UfA kam, spannt sich der Bogen des Films bis zu dem Konzert der Knef 1966 in der Philharmonie. Das wird auch alles säuberlich erzählt, so als drehte man einen Lebenslauf ab.

Der Film hat starke Momente, sicherlich, aber sehr ärgerlich, das Set-Design! Einem Angriff der Sowjets in Berlin sieht man sofort an, das er gestellt ist. Aufnahmen die in Hollywood spielen sollen, sind in Südafrika gedreht, was nicht weiter wichtig wäre, wenn man nicht einen gemalten Hintergrund eingesetzt hätte, der billiger nicht sein könnte. Dem bekannten Hollywood-Schriftzug sieht man sofort an, das er nicht echt ist. Peinlich und für mich bekam der Film dadurch etwas schales und billiges. Auch der illuminierte Swimming-Pool an der Berliner Villa der Knef war übertrieben blau-flackernd in Szene gesetzt. Ein Requisit, eine wohl afrikanische Maske, kam in drei verschiedenen Zeitsträngen und Orten des Films vor. So zentral platziert, dass es einem schon unheimlich wurde. Irgendwie kam durch diese Patzer des Set-Designs, bei mir kein richtiges Gefühl für diesen Film auf. Die Makatsch spielt ohne Frage toll aber wirklich fesseln und begeistern konnte der Film mich nicht!

Dafür konnte uns die Berlinale begeistern. Zum Glück fern ab des Star-Rummels genoßen wir es, Filme als Premiere zu sehen und teilweise auch den Schauspielern direkt durch Applaus mitzuteilen, das wir gut unterhalten wurden. Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei!

Vom Versuch, ein Ehrenamt zu übernehmen

Ich wollte mich ehrenamtlich engagieren. Da ich davon überzeugt bin, dass man bereits in der Schule mit der Aufklärung über Homosexualität beginnen muss, wollte ich mich dem Projekt  Schulaufklärung einer großen lesbisch-schwulen Interessenvertretung in Berlin anschließen. Ich stellte mich in der Geschäftsstelle vor und nach einigen Wochen sollte es zum ersten Termin in einer Schule kommen. Ich fuhr zur besagten Schule, wo man mich in der Haupthalle erwarten würde. Ich war sogar überpünktlich, 15 Minuten früher als vereinbart. Jedoch niemand war dort. Nach 20 Minuten über den vereinbarten Zeitpunkt wurde ich nervös und rief in der Geschäftsstelle an um mich zu erkundigen, was geschehen sei. Erstaunt sagte man mir, dass man die Verantwortlichen noch am vergangenen Abend von meinem Kommen unterrichtet habe und sich nicht erklären könne, warum man mich nicht abgeholt hätte. Ich solle einmal im Sekretariat nachfragen, wo sich die beiden Damen aufhalten würden. Dreißig Minuten scheuchte man mich durch das große Gebäude, bis ich endlich den richtigen Klassenraum gefunden hatte. Ich klopfte und mir ward geöffnet.

Ich: Hallo, ich bin Georg, ich denke, wir waren für 10:15 Uhr in der Haupthalle verabredet? Ich soll an der Veranstaltung Schulaufklärung teilnehmen.

Sie: Ähm…ja du da waren wir auch!

Ich: Nein, da ward ihr leider nicht. Ich war bereits 15 Minuten früher da.

Sie: Du hör mal, ich habe hier eine Veranstaltung, die läuft schon seit 9:30 Uhr (sic!).

Ich: Ja zu der bin ich ja eingeladen und wenn Ihr schon seit 9:30 Uhr hier in der Klasse seid, dann könnt Ihr doch nicht in der Haupthalle gewesen sein.

Sie: Du, ich will jetzt auch nicht darüber reden. Das passt jetzt nicht!

Die Frau drängt mich aus der Tür und knallt sie mir vor der Nase zu. Anstatt mich herein zu bitten und wir diese Fragen später diskutieren, wirft man mich hinaus! Ich stehe da noch ganz verschwitzt vom Umherirren und brauche ein paar Sekunden bis ich begreife was das eben war. Sie hat mich nicht nur vor der Klasse bloßgestellt sondern auch noch glatt angelogen! Ich habe das Gefühl, die beiden Lesben wollen unter sich bleiben und dulden niemanden neben sich. Das ist ihr Ding und sie wollen keine Unterstützung!

Ich rufe in der Geschäftsstelle an um mich über dieses Verhalten zu beschweren. Man will sich um diese Situation kümmern, wird mir gesagt. Am Abend habe ich auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht. Es täte ihnen Leid und in der Geschäftsstelle hätte es wegen diesem Vorfall riesigen Ärger gegeben. Man entschuldige sich für dieses taktlose Vorgehen. Ich nehme die Entschuldigung an. Danach bietet man mir an, es erneut zu versuchen. Ein neuer Termin mit Datum und Uhrzeit wird mir genannt. Man gibt mir eine Email-Adresse bei der ich mich melden soll. Ich schreibe den Herrn an und frage nach einem Kontakt vor der Veranstaltung, damit ich nicht wieder in eine solche Situation wie oben beschrieben komme. Ich erhalte die Nachricht das er erstmal nicht in Berlin sei und sich bei mir melden würde. Mehr nicht. Das war Ende Januar.

Heute wäre der Schulaufklärungstermin gewesen. Ich habe keine Nachricht erhalten! Habe dann heute Mittag eine Email an die Geschäftsstelle, genauer an den Herrn bei dem ich mich melden sollte,  geschrieben und mich enttäuscht geäußert,  wie gleichgültig man mit Ehrenamtlichen dort umgeht. Die Mail hatte ich auch an den Geschäftsführer weitergeleitet. Als Antwort erhalte ich eine Entschuldigung, er habe mich vergessen. Außerdem hätte die Veranstaltung gar nicht stattgefunden. Man plane jetzt ein Treffen nächste Woche zum Thema Schulaufklärung. Ich wäre eingeladen. Dann darunter als P.S. : Ich habe unseren Geschäftsführer und xxx nicht in Kopie gesetzt. Und wenn du mit mir anständig kommunizieren willst, möchte ich dich bitten auch darauf zu verzichten.

Mit ihm “anständig kommunizieren”! Wenn es einem hier an Anstand fehlt, dann doch wohl den Koordinatoren dieses Schulaufklärungsprojektes! Da war es ihm peinlich, dass ich meine Empörung nicht nur ihm, sondern auch seinem Chef geschrieben habe – und er echauffiert sich darüber. Für mich ist diese Sache gestorben.

Touchscreen

12.02.2009 | 6 Kommentare | Gepostet in News, Werbung
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Aus für Happy Digits?

12.02.2009 | 3 Kommentare | Gepostet in Fragen des Alltags, Haushalt, News

Horizont.net meldet, dass Karstadt die baldige Aufgabe des Bonusprogramms Happy Digits plant. “Auch bei den Happy-Digits-Partnern gibt es Bewegung. Quelle bestätigt bereits seinen Rückzug, nach Informationen des Branchendients ”Der Versandhausberater” stehen auch Neckermann.de und Tengelmann vor dem Ausstieg. Weitere Partner sind unter anderem Sixt, Best Western und Yello Strom.” So auf der Seite von Horizont. Da fragt man sich natürlich, was aus all den Punkten wird, die noch auf den Karten gespeichert sind. Ein Anruf meinerseits bei der Kaiser´s Service-Hotline überrascht die Mitarbeiter. Man wisse von nichts! Man erfahre erst durch meinen Anruf von diesem Umstand. Klasse Nachrichtenpolitik in dieser Firma! Man will sich wieder bei mir melden.

Von Wegen

12.02.2009 | Keine Kommentare | Gepostet in Berlin, Events, Unterwegs

Am Mittag des 21. Dezember 1989 machen sich die Musiker der zur damaligen
Zeit als westdeutscher Kultexport gefeierten Band „Einstürzende
Neubauten“ von Westberlin aus auf den Weg zu ihrem ersten Konzert in
Ostberlin, noch Hauptstadt der DDR. Und noch ist es ein langer, ungewöhnlicher
Weg von Kreuzberg nach Lichtenberg – in den Wilhelm-Pieck-
Saal des VEB Elektrokohle. Noch steht die Mauer und noch gibt es
Grenzkontrollen.
” Das las sich doch sehr interessant über den Dokumentarfilm “Von Wegen” im Programmheft der Berlinale. Also haben wir uns den Film angesehen, gestern im International. Fast ausverkauft war unser Lieblingskino. Was wir dann zu sehen bekamen, nun ja. 20 Jahre danach gehen einige KonzertbesucherInnen nochmals ihre Wege nach, die sie damals zum Konzert in das Kulturhaus des VEB Elektrokohle führten. Das ist an manchen Stellen sehr interessant, zu meist aber doch eher anstrengend. Wir lechzten nach Aufnahmen aus der Zeit zwischen den Welten, als die DDR zwar noch bestand aber eigentlich schon tot war. Die Aufnahmen aus dieser Zeit sind leider Ton technisch fast gar nicht zu verstehen. Wenn nicht die englischen Untertitel gewesen wären, hätte ich überhaupt nichts verstanden. Vielleicht muss man Fan der “Einstürzenden Neubauten” sein um diesen Film interessant zu finden. Also, eine Empfehlung nur an Fans dieser Gruppe. So und wir haben nun bis Samstag Pause. Dann läuft Hilde.

Alle Anderen

Die Regisseurin Maren Ade hat mich einmal schwer verstört. Ihr Debüt Film “Der Wald vor lauter Bäumen“, mit einer schauspielerischen Glanzleistung von Eva Löbau, die es einem wahrlich nicht einfach macht ihr zu zusehen, handelt von einer jungen Lehrerin die um alles in der Welt geliebt werden will. Eigentlich schrecklich, wie sie von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Unbedingt anschauen!

alle-anderen.jpg Nun zeigt Maren Ade ihren neuen Film auf der Berlinale, im Wettbewerb. Das machte uns neugierig und ich besorgte für Felix und mich Karten für die Aufführung heute um 18:00 Uhr im Friedrichstadpalast. Es war unser erster Wettbewerbsfilm! “Alle Anderen” erzählt die Geschichte von Gitti und Chris.  Chris, gespielt von Lars Eidinger und Gitti, gespielt von Birgit Minichmayr, können unterschiedlicher nicht sein. Sie spontan und unternehmungslustig, er ängstlich und idealistisch. Sie arbeitet in der Presseabteilung eines Musikunternehmens, er als Architekt. Bei einem Urlaub auf Sardinien treffen sie eher zufällig Chris Studienkollegen Hans, gespielt von Hans-Jochen Wagner und dessen Freundin Sana, gespielt von Nicole Marischka in einem Supermarkt. Hans und Sana spielen das perfekte Paar, doch hinter der Fassade weiß Sana, eine erfolgreiche aber extremst oberflächliche Modedesignerin,  nur zu genau das sie zu ihrem Hans aufschauen muss um im Rennen zu bleiben. Chris beginnt sich an den Beiden zu orientieren und verletzt damit Gitti, die mit solch einem aufgesetzten Verhalten zu erst so gar nichts anfangen kann. Doch dann verändert sich Gitti um Chris nicht zu verlieren.

Wir können hier Chris und Gitti 2 Stunden lang beim Scheitern ihrer Beziehung zu sehen, das hat witzige Momente allerdings zeigt es auch sehr tiefgehende Verletzungen. Mir persönlich ist der Film an einigen Stellen zu lang. Doch durch die gute schauspielerische Leistung der vier Darsteller ist es dennoch ein sehr guter Film. Vor allem die Veränderung von Gitti hat mir gut gefallen. Empfehlenswert! Ab 18.06.09 im Kino.

Effi Briest

effi_filmplakat.jpg Fontanes “Effi Briest” in einer Neuverfilmung stand gestern auf meinem Berlinale Programm. Um 21:00 Uhr im riesigen Friedrichstadtpalast, der diesjährig zum ersten Mal als Filmsaal genutzt wird. Hermine Huntgeburth nimmt sich als erste Regisseurin dieses Stoffes an. Julia Jentsch spielt die Hauptrolle, an der sich schon Marianne Hoppe, Ruth Leuwerik, Angelica Domröse und Hanna Schygulla versuchten.

Es gab zwar einen roten Teppich, übrigens darf der Pöbel sowieso nicht über diesen Teppich laufen, nur war er ohne Glamour! Außer vielleicht das unser fleischgewordener Hosenanzug, Kanzlerin Merkel, uns mit ihrer Anwesenheit beglückte. Auch Kulturstaatssekretär Naumann gab sich die Ehre. Eine Reihe hinter mir brach eine Gruppe Senioren in verzückt schrillen Jubel aus, als die Kanzlerin begrüßt wurde! Albern! Grund der Anwesenheit von Merkel wohl ihr Interesse am Stoff und die Verleihung der Berlinale Kamera vor dem Film an den Produzenten Günter Rohrbach. Übrigens der Produzent, der Holocaust, die 4teilige US-Fernsehserie, damals ins deutsche Fernsehen brachte! Die Laudatio hielt der dreifach oscarnominierte Kameramann Michael Ballhaus.

Die gigantische Leinwand im Friedrichstadtpalast war hervorragend für diesen Film geeignet, sieht man doch viele Szenen vor der grandiosen Kulisse der rauhen Ostseeküste. Man atmet förmlich tief auf! Diese Weite! Im Sommer letzten Jahres waren wir zufällig an verschieden Schauplätzen die im Film zu sehen sind. Gedreht wurde am Strand und in den Dünen im polnischen Leba. Da der Saal im Friedrichstadtpalast konisch gebaut ist, ist das Sichtfeld für die Zuschauer rechts und links an der Wand doch sehr gewöhnungsbedürftig. Ich saß relativ in der Mitte und hatte zum Glück wunderbare Sicht!

Julia Jentsch spielt Effi Briest mit starker Präsenz. Sie verleiht der Figur viel Tiefe. Vor allem in den auch sehr intimen Momenten des Films, die doch schon sehr heiß waren und die ich mit unserer Kanzlerin sah! Sebastian Koch spielt Geert von Innstetten, der Ehemann von Effi, sehr kühl, was aber gut zum Charakter zu von Innstetten paßt. Mísel Maticevic spielt den Major von Crampas, Effis heimliche Liebschaft. Ein schneidiger Bursche der in seinen Stiefeln wirklich sehr lecker aussieht! Barbara Auer als gestrenge Johanna überzeugt und Rüdiger Vogler als Apotheker Gieshübler kommt mit angenehm leichten Homo-Tendenzen daher.

Die Ausstattung der Szenen ist mit viel Liebe fürs Detail gemacht. Es rauschen zwar die  Ballkleider nicht wie bei der letzten opulenten Buddenbrocks Verfilmung, dafür sind die Drehorte, auch die Innenaufnahmen,  wirklich sehr eindrücklich. Außerordentlich passend die hervorragende Musik von Johan Soederqvist! Leider konnte ich den Namen der kleinen Schauspielerin noch nicht in Erfahrung bringen die Annie spielt, die Tochter von Effi und Geert. Dieses kleine Mädchen hat auf der Leinwand eine unglaubliche Ausdruckskraft, so klein ihre Rolle auch war!

Es gab langen Applaus nach der Premiere, vor allem als Julia Jentsch die Bühne betrat. Effi Briest ist ein sehr unterhaltsamer Film mit einem anderen Ende als in der Romanvorlage! Ob das dem Film gut tut, möge jeder für sich entscheiden. Für mich ein gut gemachter Film den ich empfehlen kann! Ab 12. Februar im Kino.

Gala

9.02.2009 | 7 Kommentare | Gepostet in News

Was ist das denn nun : “Berlinale Special Gala” steht da im Programm.
Eine Gala? Meine Güte, muss ich heute Abend etwa im Anzug ins Kino? Ich will doch nur einen Film schauen! Effi Briest um 21:00 Uhr im Friedrichstadtpalast. Ich muss da jetzt aber nicht über irgendwelche Teppiche laufen? Wie albern wäre das denn!

Schwarz zu Blau

Auf einigen Blogs habe ich dieses Video von Peter Fox schon gesehen und möchte zur Verbreitung beitragen. Wirklich ein gelungenes Lichtspiel und der Text ist genial.

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Wo wir gerade dabei sind, Herr Fox hat noch ein schönes Stück geschrieben:

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Der Rummelkönig vom Plänterwald

achterbahn.jpg Unser erster Berlinale Film gleich ein Erfolg! “Achterbahn ein Dokumentarfilm von Peter Dörfler, der die Geschichte von Norbert Witte und seiner Familie erzählt, ist spannend und äußerst interessant. Witte, Schausteller von Beruf, kauft Anfang der neunziger Jahre in Berlin den Freizeitpark “Spreepark” im Plänterwald. 10 Jahre später ist er Pleite und hinterlässt 15 Millionen Euro Schulden. Er setzt sich 2002 mit seiner Familie und einigen Fahrgeschäften nach Peru ab, um neu anzufangen. Der Neubeginn glückt nicht und Witte versucht mit dem Schmuggel von 180 Kilo Kokain nach Deutschland, im Mast des  “Fliegenden Teppich“, den Rückkauf des Spreeparks zu finanzieren. Die Sache fliegt auf und Wittes Sohn, der mit der ganzen Sache wenig zu tun hatte, wird in Peru zu 20 Jahren Haft verurteilt. Norbert Witte wird in Deutschland zu 7 Jahren Haft verurteilt, die er zum Teil als Freigänger absaß. Sein Sohn Marcel, befindet sich weiterhin in Peru, unter schwersten Bedingungen, in Haft.

Interessant für mich auf der Berlinale, das nach der Aufführung des Films alle an der Produktion beteiligten auf der Bühne waren. Auch Witte und seine Tochter Sabrina. Man konnte Fragen stellen und erfuhr noch einiges über den Film. Der Saal mit 500 Sitzplätzen war übrigens voll besetzt. Der Film kommt in den nächsten Wochen ins Kino. Sehr empfehlenswert!

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