Queer.de berichtet, laut Christoph Tischer vom Projekt “Sag Nein zur Gewalt”, sei der Hintergrund des Übergriffs auf den 23-jährigen Max am vergangenen Mittwoch in der Kleiststraße kein schwulenfeindlicher, sondern eine Auseinandersetzung zwischen Strichern gewesen. Am Samstag gingen 500 Menschen am Tatort auf die Straße um gegen homophobe Gewalt zu demonstrieren.
Zu schnell gehandelt? Maneo, das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin und der LSVD Berlin-Brandenburg riefen zu der Demonstration am Samstag auf, ohne die Ermittlungen der Polizei abzuwarten. Gewiss, schnelles Handeln erzeugt Aufmerksamkeit aber wenn sich die Aussage von Tischer bestätigt, sind die Folgen für Maneo und den LSVD Berlin-Brandenburg natürlich verheerend! Die Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel und die Mobilisierung bei zukünftigen Aufrufen zu Demonstrationen wird schwieriger werden.
Bei aller Aufregung nach Übergriffen auf Schwule und Lesben, wäre es nicht sinnvoller sich Partei-, Verbands- und Gruppen übergreifend erst einmal zurück zu halten bis feststeht, das es wirklich ein homophober Überfall war? Auch auf die Gefahr hin dem Opfer nicht sofort mit größtmöglicher Öffentlichkeit beiseite zu stehen? Selbstverständlich ist es auch im Fall von Max nicht hinnehmbar, ob nun provoziert oder nicht, das Gewalt ausgeübt wird.
Nachtrag: Maneo und der LSVD Berlin-Brandenburg haben sich inzwischen bei Queer.de zu Wort gemeldet. Beide halten an ihrer Vermutung einer Gewalttat mit “homophober Intention” fest.
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ich stimme dir zu, dass eine zurückhaltung cleverer erscheint, zumindest bis zu dem punkt, an dem die wesentlichen fakten klar scheinen. manchmal wäre etwas weniger ‘empörungs-kultur’ wohltuender und vielleicht förderlich. allerdings – auch von schwuler seite wird an diversen stellen “aufgeheizt” und druck gemacht …
zudem erscheint mir eine debatte wichtig, wer da eigentlich welche interessen hat …
nebenbei – wie will man zukünftig noch politiker bewegen sich bei solcherlei mahnwachen zu zeigen – wenn sie riskieren, hinterher ‘dumm dazustehen’?
Ich beginne mich erst jetzt dafür zu interessieren, wer da welche Interessen hat. Und wie wahr Ulli, es wird sehr schwierig sein in Zukunft Politiker zu mobilisieren.
Wenn man die “Empörungs-Kultur” koordinieren könnte, also gemeinsames Handeln nach dem die Fakten feststehen, wäre schon viel erreicht. Aber alle unter einen Hut zu bekommen ist wahrscheinlich zu illusionistisch. Eine Debatte wird ja offensichtlich nicht gewünscht, das sieht man schon daran wie arrogant der LSVD Berlin-Brandenburg Stellung zu Herr Tischer bezieht. Man redet davon das sich “viele Leute nur wichtig machen” wollten!
vielleicht müssen wir uns in sachen empörungskultur alle ein wenig an die eigene nase fassen, überlegen ob manches mal nicht einen schritt langsamer geschaltet von vorteil wäre …
was die interessen angeht – auf die debatte wäre ich gespannt … und darauf, wer sich da aus dem busch traut …
Oft schadet übereifriger Aktionismus mehr als das er nützt. Sowas schlägt auch schon einmal gerne ins Gegenteil um und hinterläßt im Falle einer Blamage mehr als einen fahlen Beigeschmack.
@Magic M.
Auf der Website von Maneo heißt es nun: “Das Ermittlungsergebnis gilt es nun abzuwarten.“ Ja jetzt können sie plötzlich warten!