Kann großes Kino so bequem sein?

zdf

Ein Riesensofa hängt seit heute am Potsdamer Platz. Bequem sieht das nicht aus! Zur Berlinale lockt das ZDF die Leute auf´s Sofa anstatt ins Kino. Sonderbar. Statt GEZ-Gebühren an die Wand zu nageln, sollte der Seniorenheimsender lieber das Geld in ein vernünftiges Programm stecken. Wir versuchen jedenfalls Karten für “Hilde“, ein Film über das Leben Hildegard Knefs mit Heike Makatsch in der Hauptrolle der im Friedrichstadtpalast gezeigt wird, zu bekommen.

Doch kein homophober Überfall?

28.01.2009 | 5 Kommentare | Gepostet in Berlin, News, Schwules

Queer.de berichtet, laut Christoph Tischer vom Projekt “Sag Nein zur Gewalt”,  sei der Hintergrund des Übergriffs auf den 23-jährigen Max am vergangenen Mittwoch in der Kleiststraße kein schwulenfeindlicher, sondern eine Auseinandersetzung zwischen Strichern gewesen. Am Samstag gingen 500 Menschen am Tatort auf die Straße um gegen homophobe Gewalt zu demonstrieren.

Zu schnell gehandelt? Maneo, das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin und der LSVD Berlin-Brandenburg riefen zu der Demonstration am Samstag auf, ohne die Ermittlungen der Polizei abzuwarten. Gewiss, schnelles Handeln erzeugt Aufmerksamkeit aber wenn sich die Aussage von Tischer bestätigt, sind die Folgen für Maneo und den LSVD Berlin-Brandenburg natürlich verheerend! Die Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel und die Mobilisierung bei zukünftigen Aufrufen zu Demonstrationen wird schwieriger werden.

Bei aller Aufregung nach Übergriffen auf Schwule und Lesben, wäre es nicht sinnvoller sich Partei-, Verbands- und  Gruppen übergreifend erst einmal zurück zu halten bis feststeht, das es wirklich ein homophober Überfall war? Auch auf die Gefahr hin dem Opfer nicht sofort mit größtmöglicher Öffentlichkeit beiseite zu stehen? Selbstverständlich ist es auch im Fall von Max nicht hinnehmbar, ob nun provoziert oder nicht, das Gewalt ausgeübt wird.

Nachtrag: Maneo und der LSVD Berlin-Brandenburg haben sich inzwischen bei Queer.de zu Wort gemeldet.  Beide halten an ihrer Vermutung einer Gewalttat mit “homophober Intention” fest.

Mehr auch hier.

Fühl Dich jung

Das Leben kann so einfach sein! Dank eines “Tee in Beutel Verpackers” können wir uns einfach Stimmungen oder Zustände herbei trinken. Der Hersteller erlaubt uns nämlich, selbst zu bestimmen wie wir uns fühlen! Die Werbung suggeriert es:  Eine in die Jahre gekommene Tennisspielerin, die anscheinend gelangweilt daheim rumsitzt, lässt sich von der Freundin Kinder und Hund auf´s Auge drücken und schlürft die zu erwartenden Probleme einfach weg! Fantastisch! Was es da alles gibt! Also wenn das so einfach ist, Sie fühlen sich zum Beispiel hässlich und unattraktiv? Mit dem Tee  “einfach schön” ist das kein Problem mehr! Sie haben 30 Millionen im Lotto gewonnen und können sich nicht richtig darüber freuen? “freu dich” verhilft Ihnen schnell zu der fehlenden Emotion! Ihr Partner hat gerade mit Ihnen Schluss gemacht? “heul doch” hilft hier … ach nein, diesen Tee hat der Produzent leider nicht im Angebot!

Im Schatten des Mondes

Astronaut Alan Bean Photo credit: NASA/ Polyband

Photo:NASA/ Polyband

Am 21. Juli dieses Jahres ist es 40 Jahre her, das der erste Mensch seinen Fuß auf einen anderen Himmelskörper setzte. Mir läuft immer noch ein Schauer über den Rücken wenn ich die Bilder der ersten Mondlandung sehe. Was für ein Kraftakt in den Zeiten des Kalten Krieges, der, genau genommen, erst dafür sorgte, dass man in den russisch-amerikanischen Wettlauf zum Mond eintrat. Von 1969 bis 1972 besuchten 12 Menschen unseren Trabanten und sie brachten neue Erkenntnisse mit zurück auf die Erde und das Wissen darüber, wie man unseren Planeten verlässt und sicher wieder zurückkehrt. Das Apollo-Programm kostete 25 Milliarden Dollar und beschäftigte bis zu 400.000 Menschen. Der Film “Im Schatten des Mondes” der in Deutschland am 29.01.09 seine Premiere haben wird, zeigt visuell beeindruckendes Archivmaterial zahlreicher, originaler NASA Filmaufnahmen, die größtenteils noch nie zuvor zu sehen waren. Digital aufgearbeitet und mit gestochen scharfen Bildern von den einzelnen Mondlandungen, erzählen viele ehemalige Astronauten von ihren sehr persönlichen Erlebnissen. Bedenkt man, dass die Steuer-Technik der Mondlandefähren die Kapazität eines heute gängigen Mobiltelefons hatte, wird klar, wie wagemutig diese Menschen damals waren!

Im Schatten des Mondes
Dokumentarfilm Großbritannien 2007
99 Minuten
Regie Christopher Riley, David Sington

Cinestar am Potsdamer Platz zeigt den Film auch in der Originalversion!

Nachtrag: Angesehen und begeistert! Sehr emotional wie die Astronauten von damals ihre persönlichen Eindrücke schildern. Ein interessanter und empfehlenswerter Film!

Das schwarze Loch

Mein Beitrag zum Jahr der Astronomie

YouTube Preview Image

8mm

Wahre Erinnerungsschätze lagern in meinem Schrank! Allerdings komme ich nicht an sie heran. Mitte der Achtziger bis Anfang der Neunziger gab es einmal das Videokamera-System Video 8. Für heutige Verhältnisse riesige Kameras, schwer und unhandlich, machten sie es dem kleinen Geldbeutel doch möglich alles was sich bewegte auf Film zu bannen. Irgendwann gab die Kamera den Geist auf und ich stieg um auf DV.

Dieser Tage kamen die alten Video 8 Kassetten wieder zum Vorschein. Jetzt interessiert es mich natürlich wahnsinnig, was auf diesen Bändern drauf ist. Ich brauche aber ein Abspielgerät. Im Internet konnte ich in Berlin noch keine Verleihmöglichkeit für dieses alte System finden. Nun die Frage an Euch in Berlin. Besitzt noch jemand eine Kamera dieses Typs und wenn ja, würde man sie mir für das Überspielen leihen?

Tätä Tätä Tätä

Es beginnt die Karnevalszeit! Die lieben Kleinen, wollen demnächst verkleidet sein! Auch in der vermeintlichen Karnevalshochburg Berlin, eigentlich 600 Kilometer vom echten Epizentrum des im Kalender verordneten Frohsinns entfernt, rüstet man zum karnevalesken Mummenschanz! Der Konzern mit der Kaffeekanne im Logo, am Niederrhein beheimatet, bietet schon jetzt in seinen Berliner Filialen, lustige Verkleidungsaccessoires  feil!

waffen

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern

Von wegen! Ein außerordentlich interessantes Projekt ist mir heute zwischen die Finger gekommen. Zeitungszeugen. Der Verlag bringt Zeitungen aus den Jahren 1933 bis 1945 als Nachdruck auf den Markt. Jeweils drei Ausgaben. Selbstverständlich kommentiert! Ich habe mir die erste Ausgabe zugelegt und bin begeistert. Ich war des öfteren in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin und habe mich dort an die Mikrofiche-Geräte gesetzt um verschiedene Zeitungen aus dieser Zeit, leider invertiert, zu lesen. Äußerst mühsam für die Augen! Ich wollte wissen, wie die Stimmung damals war, was konnten die Menschen aus den (noch) freien Zeitungen erfahren. Wie veränderten sich die Zeitungen unter den Nationalsozialisten. Um sie im Original zu lesen, müsste ich zum Westhafen, ins Zeitungsarchiv der Staatsbibliothek zu Berlin.

Kaum ist so ein innovatives Projekt auf dem Markt, zicken die Bayern rum! Angeblich seien Lizenzrechte verletzt worden! Einen so reichhaltigen Schatz an Informationen dem mündigen Bürger vor zu enthalten, ist schon eine Dreistigkeit! Ich wittere eher Bevormundung! Es sollte angenommen werden, dass der gemeine informierte Bundesbürger in der Lage ist, zu begreifen, das Zeitungen nach 1933 bis 1945 von der Propaganda durchzogen sind!

Wie liest man bei SPON: Der Historiker verteidigte das Projekt, auch NS-Zeitungen nachzudrucken: “Wahrscheinlich werden in einer Stunde Guido Knopp über die NS-Zeit im ZDF mehr Filmausschnitte aus dem Dritten Reich und Symbole frei Haus an ein Millionenpublikum gesendet als in einem historisch und fachlich begleiteten Faksimileprojekt.”

Ich hoffe das dieses Zeitungs-Projekt den vermutlich zu führenden Prozess gewinnt! Was den Missbrauch durch Rechtsextremisten angeht, dazu Professor Wolfgang Benz, Antisemitismusforscher – „Kulturzeit“ 3Sat/08.01.09: „Die „NPD“ ist nicht auf das historische Material angewiesen, sie will zum Teil auch gar nichts damit zu tun haben. Das ist den heutigen Neonazis, den Rechtsradikalen eher viel zu kompliziert, die arbeiten mit einfachen Parolen, die auf die heutigen Probleme besser passen.“ Klartext: Das Klientel der NPD und anderer rechstextremer Parteien ist viel zu doof um überhaupt den Text zu verstehen!

Überschriften die die Welt nicht braucht

US-Forscher entwickeln Tarn-Badematte.Mein erster Gedanke: Wer um Himmels Willen braucht eine Tarn-Badematte?

Wie es euch gefällt

wie-es-euch-gefallt1_dunkel-c-thomas-grunholzUnd wie es uns gefallen hat! Gestern Abend waren wir zur Voraufführung von Katharina Thalbachs Inszenierung von William Shakespeare´s  “Wie es euch gefällt” in der Komödie am Kurfürstendamm. Aufmerksam wurde ich auf diese Inszenierung durch das doch sehr eindrucksvolle Plakat das Frau Thalbach als edlen Herrn zeigt. Irgendwie ahnte ich das dies ein schöner Abend werden würde. Zwar als Voraufführung, also konnte es hier und da noch Regieanweisungen geben, aber im Ganzen das vollwertige Stück. Das Stück um Geschlechtertausch im Wald von Ardenne kommt schon in den ersten Minuten als Komödie rüber. Schon die wirklich gelungenen Kostüme sind ein echter Hingucker, steigert sich das Optische noch, wenn sich dann nach einiger Zeit die Bühne in einen Wald verwandelt. Geschickt nutzt man die kleine Bühne und viele kleine lustige Dinge spielen sich am Rande ab oder kriechen durchs Bild! Alles äußerst originell!

die waldgesellschaftKatharina Thalbach, sie selbst spielt beeindruckend Touchstone und Adam, besetzt das Stück komplett mit Frauen. Schon ihre Besetzung macht das Stück wirklich zu etwas besonderem. 1993 brachte sie das Stück bereits schon einmal auf die Bühne, nur mit Männern besetzt, so wie es in der Shakespeare-Zeit üblich war, weil nur Männer Schauspieler sein durften. Nun möchte sie das Gegenteil probieren und herausfinden, welche Poesie das Stück und die Geschichte nur mit Frauen hat. Ich war von allen Schauspielerinnen begeistert, mit viel Witz und Ironie sieht man ihnen bei ihrem bezaubernden Spiel zu! Thalbach ist hier eine extrem unterhaltsame Darbietung  gelungen!

Ich kann Ihnen dieses Stück nur wärmstens ans Herz legen!

Wie es euch gefällt
Komödie am Kurfürstendamm

Premiere am 18.01.09
Letzte Vorstellung am 15.03.09

Fotos:Thomas Grünholz

Gesprengte Gruppen

Wenn ich eines hasse, dann sind es Gruppensprenger! Kennen Sie diese Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, in Workshops oder Seminaren immer und grundsätzlich anderer Meinung zu sein, durch ihre Nörgelei, ihre völlig unangebrachten Äußerungen oder durch den Versuch, gewaltsam das Thema zu wechseln es schaffen, alle, wirklich alle Anwesenden fast in den Wahnsinn zu treiben? Irgendwo auf der Welt muss es einen Ort geben, wo diese Gattung Mensch gezüchtet wird. Denn sie stirbt einfach nicht aus. Wenn dann noch der Gruppenleiter sich nicht traut, der öden Plaudertasche den Mund zu verbieten, ist irgendwie der Tag gelaufen, Gruppengesprächstechnisch jedenfalls!

Wo

15.01.2009 | 9 Kommentare | Gepostet in Unterwegs

Für die Ratefüchse unter Euch: Wo habe ich mich fortgebildet? Zu Gewinnen gibt es eine Freifahrt mit dem Ölabscheideschiff über den Flughafensee in Tegel ein(e) Freibier Limo Cola Kaffee Tee!

hohle

Einen hab ich noch

Aufgespießte Schmetterlinge reichen heute nicht mehr aus um die Jugend zu faszinieren. Da muß schon eine Steigerung her!

Ich bin dann mal weg

10.01.2009 | 7 Kommentare | Gepostet in Unterwegs

Ich bilde mich fort. Ab 15.01.08 bin ich wieder da!

Rollende Computer

Es knarrzt heute aus dem Lautsprecher: “Aufgrund von Witterungseinflüssen verkehren die S-Bahnen heute in unregelmäßigen Abständen. Wir bitten um ihr Verständnis!” Ich stehe schon geschlagene 20 Minuten in der Eiseskälte auf dem S-Bahnsteig! Nein, mein Verständnis bekommt Ihr nicht! Da sind es gerade einmal ein paar Grad unter Null und Eure Stinkschläuche geben den Geist auf. Originalton von S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz heute in der Online Ausgabe meiner Zeitung des Vertrauens: “Die Züge sind rollende Computer, wenn da nur eine Komponente nicht stimmt, fallen sie aus”. Muahaha…..

      • Kulturtipp