Driving Home for Christmas

17.12.2008 | 12 Kommentare | Gepostet in News, Unterwegs

Still und starr ruht das Blog. Zumindest bis zum 03. Janur 2009! Die Familie ruft mich zum Weihnachtsfest in alte Gefilde, Freunde wollen besucht sein und die Bahn will auch ihr Geld verdienen! Ein Besuch in Görlitz über das Neujahrsfest, bringt Felix und mir den Süd-Osten der Republik sicherlich etwas näher. Was bleibt Blogmäßig zu 2008 zu sagen? Das man Menschen über dieses Medium Blog treffen kann, die einem mit ihren Einstellungen zum Leben sehr zum Nachdenken angeregt haben. Ich bedanke mich bei allen Lesern und Kommentatoren, dass sie mir treu geblieben sind, ob nun über den Feed oder das tägliche Anklicken! Ich bedanke mich bei den Menschen die in meiner Blogroll vetreten sind, für all die nachdenklichen sinnlichen lustigen und den Horizont erweiternden Artikel, ohne die mir sicherlich etwas fehlen würde! Ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr Euch allen!

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Schmatzender Pfirsich

9.12.2008 | 7 Kommentare | Gepostet in Der Augenblick, News, Unterwegs

Das beschauliche Coesfeld wirbt mit dem Tourismus-Spruch “Coesfeld, langweilig ist es nur woanders…” Was die Begegnung mit den hoch geschätzen Blogger-Kollegen am vergangenen Wochenende beim Clamix angeht, stimmt dies voll und ganz! Vorzüglich untergebracht und mit einem sonnigen Stadtrundgang am Sonntag beehrt, plauderten wir schon am Samstag gut gestärkt bis tief in die Nacht. Es gab Geschenke, schokoladige Nikolause (heißt wohl so, jedenfalls nicht Nikoläuse!) und selbst gebackene Plätzchen über Regenschirme bis hin zu Geschmacks-Gleitgel mit dem bezaubernden Namen “Schmatzender Pfirsich” vom Ulli! Fein war das, danke Claus für das schöne Wochenende!

Nachtrag: Aus mir unerklärlichen Gründen habe ich den sehr informativen Besuch des Jüdischen Museums Westfalen am Samstag in Dorsten unterschlagen!

Oh Maria

Maria Stuart, Königin von Schottland verlor heute Abend in Potsdam ihren Kopf und ich habe es jetzt schwer im Nacken, aber dazu später. Wir sind wohl in die Kindervorstellung des Hans-Otto-Theaters geraten, denn große Teile des Publikums war nicht nur von der Alterstruktur her eher ein Kindergarten, sondern auch vom Verhalten. Viele Jugendliche haben das Stück einfach nicht verstanden, lachten und kicherten an den falschen Stellen. Gleich neben mir ein Backfisch, der es vorzog, das nach der Pause mitgenommene Informationsmaterial genüßlich zu lesen und sehr laut durchzublättern. Andere wiederum beschäftigten sich derweil lautstark mit ihren Brillenetuis.Wenn sie kein Interesse am Stück hatten, warum waren sie dann nach der Pause noch im Saal? Zwang? War uns vielleicht nicht aufgefallen das hier mehrere Schulklassen anwesend waren und sie bleiben mussten? Zu allem Übel hatte ich natürlich wieder den größten Kopf im Saal genau vor mir. Ich habe immer so ein Glück! Dieser riesige Kopf wackelte dann auch ständig hin und her und ich habe es mir da eben schwer im Nacken geholt.

Höhepunkt des mich arg verstörenden Publikums, der Moment, wo Mortimer, erfrischend gespielt von  Ulrich Rechenbach, vermeintlicher Retter Marias, den Grafen von Leicester küsst, bevor er sich das Leben nimmt. Ein Raunen und aufgeregtes Geplapper geht durch den Saal, bäh und igitt Rufe erschallen im Gemäuer! Ich bin entsetzt! Mich überkommt das Gefühl, in einem, was das Publikum betrifft, Provinz Theater zu sitzen und nicht in einem Theater einer Landeshauptstadt. Ich drehe mich um ins Publikum und setze den fiesesten Blick auf den ich zu bieten habe! Die, die mich ansehen, schauen pikiert zurück. Wo sind wir hier gelandet?

Zur Aufführung selbst kann ich sagen, solide gemacht. Unterhaltsam, sogar mit sehr starken Momenten, wenn etwa Königin Elisabeth I, beeindruckend gespielt von Katharina Thalbach, Königin Maria, überzeugend gespielt von Anne Lebinsky, persönlich in Augenschein nimmt um zu ergründen was an ihrer viel beschworenen Schönheit denn nun wirklich dran ist. Das geht dann bis zur Brustwarze. Thalbach und Lebinsky sind dann auch die Beiden, die mich mit ihrem Spiel besonders gefesselt haben. Neumodische Inszenierungen liegen uns nicht, wir sind eher für die klassische Darbietung, da muss die Leistung vom Spiel herkommen und nicht von albernen Regie-Mätzchen, wie leider in einer Szene auch in diesem Stück. Zum Glück die Einzige! Mortimer und Maria stürzen ins Publikum und spielen eine zeitlang im Mittelgang. Überflüssig wie ein Kropf! Außerdem hatte ich es eh schon im Nacken!

Neues Hans-Otto-Theater Potsdam

Vorstellungen noch am:
07. Dezember ’08 17 Uhr
11. Dezember ’08 19.30 Uhr
12. Dezember ’08 19.30 Uhr
19. Dezember ’08 19.30 Uhr
10. Januar ’09 19.30 Uhr
26. Januar ’09 19.30 Uhr

Rohrpost-Letzttag

Am Sonntag nutzten wir die wohl letzte Gelegenheit um im Haus des ehemaligen Haupttelegraphenamtes in der Oranienburger Straße die letzten Reste der Rohrpostanlage zu besichtigen. Der Verein Berliner Unterwelten e. V. bot dort bis Ende November 2008 Führungen an. Früh vor Ort umgingen wir die lange Schlange die sich bis 12:45 Uhr vor dem Eingang des Gebäudes angesammelt hatte. Der Andrang war groß, weiß man doch nicht, wann oder ob überhaupt die Anlage jemals wieder zu besichtigen ist. Der Gebäudekomplex ist an einen Investor verkauft worden der daraus, nun raten Sie mal, ein Luxushotel machen will. Ob also nach dem Umbau der Zutritt in die Kellerräume noch möglich sein wird, ist fraglich. Holger Happel, unser Guide für diese Führung, erklärte uns zu Beginn interessantes über das Gebäude und seine jeweiligen Nutzungen in der vergangenen Zeit. Dann ging es zu einer Dia-Show im Kellergebäude bei der die Funktion und Geschichte der Anlage erklärt wurde. Danach endlich die Rohrpostanlage, oder eher den Resten davon. Erstaunlich das dann doch noch so viel davon übrig ist nach all der Zeit.

Auf dem Höhepunkt des Rohrpost-Zeitalters, betrug die Länge des Netzes in Berlin fast 400 Kilometer! Noch heute werden bei Bauarbeiten, Teile der Leitungen gefunden. Weitere Informationen gibt es auch auf der Website der Berliner Unterwelten. Nach 90 Minuten war die interessante Führung vorbei und wir wärmten uns schnell in einem Restaurant wieder auf, denn in den Kellerräumen war es doch empfindlich kühl gewesen.

Hier ein kleiner Rundgang, wenn Sie einmal hinein schauen wollen:

      • Kulturtipp