Das Olympische Dorf der XI. Olympischen Spiele 1936
1906 hatte sich Deutschland für die Olympischen Spiele beworben und gewonnen aber der Erste Weltkrieg kam dazwischen und die Spiele fanden nicht statt. In den Zwanziger Jahren ein zweiter Versuch Berlins für die Spiele 1936 und wieder wurde Deutschland ausgewählt. Für die Teilnehmer der Spiele vom 1. bis 16. August 1936 musste ein Olympisches Dorf gebaut werden und man fand ein geeignetes Gelände bei Döberitz, etwa 35 Kilometer von Berlins Zentrum und 10 Kilometer vom Stadtrand entfernt, auf einem von der deutschen Wehrmacht zur Verfügung gestellten Gelände. Es entstand eine erholsame Oase, fernab des Trubels Berlins für etwa 4000 Athleten aus
rund 50 Nationen gestaltet vom Architekten Werner March, der auch schon das Reichssportfeld und das Olympiastadion entworfen hat. Auf dem etwa 550.000 m² großen Gelände entstanden 150 Gebäude, Empfangs- und Wirtschaftsgebäude, Sportlerunterkünfte, ein Sportplatz mit Fußballfeld, Laufbahn sowie einer Sport- und einer Schwimmhalle. Für die Zeit der Spiele wurden der Terror und Judenhetze der Nazis unterbrochen um der Welt ein vermeintlich friedliches und tolerantes Deutschland zu präsentieren.
Nach den Spielen wurde das Gelände als Olympia-Lazarett Döberitz und bis 1945 als Heeres-Infanterieschule genutzt. Nach dem K
rieg bis 1992 wurde es von der sowjetischen Armee genutzt. Die Sowjets erbauten auf dem Gelände mehrere Plattenbauten die das Areal leider arg verschandelten. Nach dem Fall der Mauer kam der Abzug der jetzt russischen Armee und das Gelände wurde nicht sicherheitstechnisch geschützt. Vandalismus und Diebstahl setztem dem Olympischen Dorf arg zu, doch Rettung kam in Form der DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement. Sie erwarb das Gelände und sorgt seit dem für den Erhalt der Denkmalgeschützen verbliebenen Gebäude. Vieles hat einen etwas morbiden Charme und es wird viel Geld kosten das alles zu renovieren und wieder zu gänglich zu machen.
Es werden sehr interessante Führungen angeboten über das doch teilweise stark vom Verfall bedrohte Gelände und man kann sich einen 45 minütigen Film zum Thema ansehen. Allerdings sollte man früh genug da sein denn nach 16:00 Uhr wird der Film nicht mehr gezeigt da um 17:00 Uhr das Gelände schließt. Eigentlich wäre noch
Zeit für den Film gewesen aber die Verantwortlichen waren nicht um zu stimmen ihn uns noch vor zu führen. Ebenso unverständlich, dass bereits um 16:15 Uhr die einzige Möglichkeit für Erfrischungen und etwas zu Essen, in Form einer Imbissbude, dummerweise ihre Luke schloss. Nicht sehr geschickt da gerade eine 2 1/2 stündige Führung zu Ende war und wir Hunger und Durst hatten. Geschäftstüchtigkeit und Service sieht anders aus! Trotz dieser kleinen Fehler war es äußerst interessant über das Gelände geführt zu werden.
Links:
DKB-Olympisches Dorf
lostplaces.de
Video von Spiegel Online
Anfahrt mit dem Auto:
von Berlin kommend auf der B5 bis Abfahrt Olympisches Dorf, vom Berliner Ring Abfahrt Berlin-Spandau auf die B5 in Richtung Berlin bis Abfahrt Olympisches Dorf
Anfahrt mit der Bahn:
Regionalzug RE4 direkt bis Elstal (Bahnhof)
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag: 10:00 - 16:00 Uhr
Samstag / Sonntag: 10:00 - 17:00 Uhr
Führungszeiten:
Saison: 1. April bis 31. Oktober
Montag - Freitag: 11:00 Uhr
Samstag / Sonntag: 11:00 Uhr und 14:00 Uhr
Weitere Führungen sind nach Voranmeldung möglich.
Kontakt: 033094 - 71-0 oder info@dkb-stiftung.de
Eintritt ohne Führung:
1,- Euro pro Person
Für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt frei.
Eintritt mit Führung:
4,- Euro pro Person
12,- Euro pro Familie (mit Kindern bis 16 Jahren)
am 28. April 2008 um 08:52 Uhr.
da wollte ich immer schon mal rein, stand einmal vor verschlossenen gittern …
danke für den tipp und die interessante beschrebung!
am 28. April 2008 um 18:36 Uhr.
Ist wirklich ein interessanter Ausflug dorthin. Gegenüber liegt auch noch eine riesige verlassene Kaserne. Unglaublich was an Bauten noch in der Umgebung Berlins steht!
am 19. November 2008 um 15:19 Uhr.
Ja Ja wir müssen noch sehr viel aufbauarbeit leisten.
sehr schöne Bilder danke für den interssanten Artikel.