Wohin Zeus Europa entführte
Serpentinen, Haarnadelkurven, Abgründe, Schluchten, ja wir wollten einen Mietwagen für Kreta aber das es so aufregend werden würde, wer hätte das geahnt. Dank des Wagens konnten wir Stellen schneller erreichen und mag sein auch mit etwas weniger Angst, denn diese Strecken mit dem Bus zu unternehmen, für mich undenkbar! Ich meist voll auf die Straße konzentriert, sich die Gegend anzuschauen während man lenkt wäre tödlich, haben wir Westkreta gut erkunden können. Alte Kastelle, wunderschöne Strände, tiefe Schluchten, herrlich blühende Natur, Bergdörfer mit urigen Menschen. Den Deutschen Soldaten Friedhof in Maleme haben wir
uns auch angetan, er lag nur wenige Kilometer entfernt von unserem Hotel. Peinlich für die Deutschen Aufsteller der Informationstafeln ist, dass dort steht, dass der 2. Weltkrieg 1938 begann! Vorherige Besucher haben mit einem Kugelschreiber für die geschichtliche Richtigstellung gesorgt. Auf dem Friedhof liegen 4465 meist 20 – 25 jährige Männer die sinnlos den Tod fanden.
Die hässlichen Seiten des Tourismus durften wir auch kennen lernen. Inzwischen sehen die Städte Chania und Rethymnon im Hafenbereich für mich aus wie Disneyland-Kulissen samt Piratenschiff. An die 30 Restaurants nebeneinander dazwischen einige Clubs, Glasbottomboat und ein U-Boot dürfen nicht fehlen.
Da suchten wir lieber die Natur im Hinterland und in den Bergen. Die berühmt berüchtigte Samaria-Schlucht, in dem sich jedes Jahr auch tödliche Unfälle von Touristen ereignen, die Glauben, mit Badelatschen Europas tiefste Schlucht meistern zu können oder die, die sich überschätzen und erst zu spät merken, dass das Boot am Ende der Höllen-Schlucht nicht auf einen wartet und somit einen Zahn übers Geröll zulegen und dann arg ins stürzen kommen, schenkten wir uns zu durchwandern. Man kennt seine Grenzen! Wir genossen die himmlische Stille und die grandiose Aussicht am Eingang der Schlucht.
Die Wasserfälle von Argyroupoli erfrischten uns herrlich und an den Stränden von Elafonisi, Frangokastello und Gramvousa sonnten wir uns bei angenehm kühlendem Wind. Fotos von den Stränden gibt es leider nicht, da Sand der Tod jeder Spiegelreflexkamera ist! Sonne satt also, kein Wunder, waren wir doch nur 300 km von der libyschen Küste entfernt! Mein Speicher an Sonne ist für den Winter gefüllt.
Unser Hotel war in Ordnung, sehr sauber und sehr nette und freundliche Servicekräfte. Das Zimmer ruhig und mit einer Dusche die einen kräftigem Schwall hatte, sonst kenne ich aus dem Süden nur diese Rinnsale aus dem Brausekopf! Das Essen hat geschmeckt und war reichlich vorhanden. An keinem Tag hat es sich wiederholt. Das Hotel lag recht abseits des Touristen Trubels in Platanias, was für uns eine Wohltat war. Durchaus denkbar das wir in den nächsten Jahren einmal den Osten der Insel erkunden. Wir kommen gerne wieder!











