Es regnet und so finde ich heute den Weg ins Bauhaus-Archiv. Auch Museum für Gestaltung genannt, in der Klingelhöferstrasse 14 in Mitte. Richtig voll hier. 7 ,- Euro kostet der Eintritt in die Welt von Gropius, Kandinsky, Mies van der Rohe, um nur einige Lehrer zu nennen, und der vielen Bauhausschüler. Mir gefällt ja dieses Design, die Plakatkunst, besonders die Architektur. Zur Zeit läuft eine Ausstellung: Berliner Siedlungen der 1920er Jahre – Kandidaten für das UNESCO Welterbe vom 25.7. bis 8.10.07.
Im Eintrittspreis ist ein Audiguide inbegriffen der für die Ausstellung kurze Informationen bereithält. Man muss allerdings 10 ,- Euro Pfand hinterlegen! Ich frage mich, wer klaut Auidoguides? Schnell stelle ich fest, der Bau verspricht von außen mehr als von innen. Das Museumsgebäude ist ein Spätwerk von Walter Gropius, wohl sehr spät, den viel Raum wird nach oben verschenkt, die Lichtschächte, die von Außen sehr schick aussehen, nehmen dem Bau von innen einfach den nötigen Platz, die elektrische Lichtgestaltung, für die Gropius wohl keine Verantwortung trägt, ist miserabel. Alles in Käsegelb getaucht. Klar, Wagenfelds geniale Tischleuchte fehlt nicht, ebenso wenig die Teekännchen von Marianne Brandt oder die Stahlrohrsessel von Marcel Breuer, fast alles da aber auf so kläglich kleinem Raum, dass man in einer halben Stunde durch ist. Man würde gerne vertiefen aber es fehlt wohl offensichtlich an Platz. An eine Erweiterung wird gearbeitet. 2010 soll ein unterirdischer Erweiterungsbau folgen. Für die weltgrößte Sammlung zum Bauhaus wohl auch dringend nötig.
Die oben genannte Ausstellung zu den Berliner Siedlungen sieht auch dem entsprechend mickrig aus. Da sprach mich nichts an, weder die Bauklotzanlagen noch die zu vielen Pläne. Nur ein winziges Videoterminal zeigte interessantes. Dort „knubbelten“ sich dann aber auch die Besucher. Da besuche ich bei schönem Wetter die Siedlungen lieber persönlich, wie zum Beispiel demnächst die Hufeisensiedlung in Britz. Wer einen ersten, winzigen Eindruck vom Bauhaus erleben möchte, ist hier in Berlin an der Klingelhöferstrasse gut aufgehoben. Für tiefer gehende Einblicke empfehle ich Kataloge und Bücher zum Thema, da bekommt man, zur Zeit jedenfalls, wesentlich mehr zu sehen.