Sie müssen jetzt kräftig zu beißen!
Kann sich der/die geneigte Leser/Leserin vorstellen, operiert zu werden und anstatt einer Narkose erhält man einen Beißstab? Bis zur Erfindung der Narkotika war dies die einzige Möglichkeit etwas gegen den Schmerz zu tun. In der Ausstellung „Schmerz“ des Hamburger Bahnhofs und dem Berliner Medizinhistorische Museum der Charité liegt ein solcher Beißstab gleich zu Beginn in der Vitrine. Deutlich sind die Zahnspuren der Malträtierten zu erkennen. Ein Schauer läuft über meinen Rücken.
Die Ausstellung lebt von der Verbindung von Kunst und Wissenschaft. Wie zeigt man etwas, was Menschen nur subjektiv erfahren? Interessant sind da die Schmerzbogen, die Auskunft geben, wie Menschen ihren Schmerz mit eigenen Worten beschreiben, oder die Installation von 8700 Pillen die ein Patient bis die Wirkung versagte, schlucken musste und er ein neues Hüftgelenk bekam. Eindrucksvoll auch der lange Tisch auf dem Hunderte von medizinischen Gerätschaften ausgestellt sind. Vom Skalpell bis zur Geburtszange. Geräte darunter, die eher an einen Schlachthof erinnern als an Hilfsmittel zur Genesung.
An der Painstation kann jeder Willige, Schmerz am eigenen Leibe spielerisch erfahren! Pong, der Telespielklassiker gepaart mit Stromstößen. Jedes Mal wenn ein Ball ins Aus geht kriegt man heftigst eine gewischt. Natürlich steigernd! Ich selbst entzog mich dieser Darbietung. Die Glasvitrine mit Präparaten aus dem Berliner Medizinhistorische Museum der Charité ist schon grenzwertig. Menschen mit empfindlichen Magen, empfehle ich ein schnelles Durchschreiten des Raumes, alle Anderen können sich an Karzinomen und Missbildungen satt sehen.
In zwei Stunden eine Reise durch die Welt des Schmerzes. Dabei muss man das Haus wechseln, was aber in 10 Minuten geschafft ist. Extra zur Ausstellung hat man an der Invalidenstraße eine Fußgängerampel installiert. Vermutlich, damit der Besucher beim gefährlichen Überqueren der Straße nicht plötzlich Schmerz tatsächlich am eigenen Leib erfahren muss!
am 6. April 2007 um 01:33 Uhr.
Ich glaube, die werde ich mir am Wochenende mal anschauen
am 7. April 2007 um 17:25 Uhr.
Würde mich interessieren wie es dir gefallen hat.
am 7. April 2007 um 21:36 Uhr.
Grrr… Horrorfilm live
am 8. April 2007 um 23:10 Uhr.
Stellenweise schon
am 10. April 2007 um 08:11 Uhr.
das medizinhistorische museum der charité ist auch ansonsten ab und an mal einen besuch wert - allein schon die sammlung in alkohol konservierter -nunjasagen wir:- objekte … (und der historische hörsaal).
eines der leider selbst in berlin (zu unrecht) eher unbekannten museen … besonders interessant wars anzusehen direkt nach der wende, noch ganz unsaniert …
lg ulli
am 10. April 2007 um 16:46 Uhr.
@Ulli
Ja schrill, nicht wahr! Was da in den Gläsern schwimmt ist schon Horrorkabinett pur.
am 4. Februar 2008 um 15:40 Uhr.
[...] sein all-morgenliches Honigbr�tchen nicht missen m�chte, das Antiteilchen sich gerne mal ohne Narkose unters Fleischerbeil legen m�chte und die Nerdcoreler selbst am Ostersamstag mit ihrer M134 eine [...]