Protectosil geschützt

Meine mit Protectosil geschuetzte HausfassadeWie hässlich war doch die Außenfassade meines Wohnhauses. Schon als der Makler mir das Haus zeigte, dachte ich das sieht ja aus wie in der Bronx. Doch wenn man drin ist, sieht man es ja nicht mehr, dachte ich. Die Räumlichkeiten überzeugten mich und ich zog ein. Heute nun ein Trupp junger Männer die sich eifrigst an der Fassade zu schaffen machte. Gesandstrahlt, gestrichen und mit Protectosil geschützt, um wieder jungfräulich farbenfrisch das Auge zu erfreuen, steht sie nun da. Übrigens genau das Protectosil, das für viel Aufregung im Streit ums Holocaust Mahnmal sorgte. Man fragte sich damals, ob es schicklich sei, das Anti-Graffiti-Mittel von Degussa, zum Schutz der Stelen zu verwenden. Der Grund für die Skrupel: Eine Firmentochter Degussas, Degesch, hatte in der NS-Zeit das Gas Zyklon B hergestellt, mit dem in den Gaskammern Millionen Juden umgebracht wurden.

Dieses Protectosil klebt jetzt also an unserer Fassade und soll helfen die Jungs von der Sprayer-Fraktion die Lust am Gemäuer zu nehmen. Mal schauen wie lange es dauert bis das erste ihrer Zeichen (Tag genannt) gesetzt ist. Übrigens waren die jungen Männer die die Fassade wieder hergerichtet haben, einem ziemlich starken Feinstaub ausgesetzt beim entfernen der „Kunstwerke“. Nicht nur das die Sprayer für Sachschäden verantwortlich sind, nein irgendwann wohl auch für die Lungenerkrankung derjenigen die diesen Mist wieder entfernen müssen! Die Diskussion über Graffiti im Hauptstadtblog ist übrigens interessant zu lesen.

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